Sa, 25. November 2017

Nach Fahrradunfall

12.08.2017 06:54

„Krone“ bei Pröll: „Ich hadere mit gar nichts“

Wer Erwin Pröll kennt, weiß, wie er herumwirbelt. Zielstrebig, schnell, geradlinig. Vergangenen Samstag hat ein Radunfall das Polit-Urgestein "aus der Bahn" geworfen. Wie berichtet, stürzte der niederösterreichische Alt-Landeshauptmann schwer, brach sich Beckenpfanne und Schambein. Am Freitag durfte ihn das "Krone"-Team zu Hause besuchen. Die Verblüffung war groß: Denn Pröll wirbelte wieder herum - wenn auch etwas langsamer und mit Krücken.

Voller Zuversicht: Pröll erzählt im "Krone"-Gespräch über seinen Radunfall, die Therapie und die "wichtigste Nachricht" der Ärzte: "Ich kann mit der Familie nach Grado fahren."

"Krone": Herr Landeshauptmann (das "Alt" ist ungewohnt; Anmerkung), wie geht es Ihnen eine Woche nach dem folgenschweren Sturz?
Erwin Pröll (lacht, hebt seine Krücken in die Luft): Schau, mir geht es gut. Es hätte auch schlimmer ausgehen können. Ich hatte wahnsinniges Glück.

Sie haben alleine in diesem Jahr 2393 Kilometer auf einem Ihrer Rennräder zurückgelegt. Wie konnte das passieren?
Ich weiß es nicht. Ich bin derzeit konditionell, psychisch und physisch extrem gut drauf. Die Tour am vergangenen Samstag war großartig - fünf Kilometer vor Radlbrunn musste ich abbremsen. Mit dem linken Fuß blieb ich im Klickpedal hängen und kippte um. Ich hab gleich gemerkt, da hat's was, und mich in den Straßengraben gesetzt.

Eine Frau hat Sie gesehen, nach Hause gebracht. Sie wollten keine Rettung, sind mit Ihrer Gattin Sissy ins Landesklinikum Horn gefahren und auf Revers nach Hause gegangen. Gute Entscheidung?
Aber ja, das Ärzteteam vor Ort war großartig. Kommenden Montag beginne ich bereits mit der Physiotherapie. Ich hatte Glück: Meine Hüftgelenkskugel bohrte sich wie ein Bolzen ins Becken. Meine Ärzte haben gesagt, normal zerschmettert die Pfanne.

Wie stark sind Ihre Schmerzen?
Eigentlich habe ich keine (während er das sagt, schwingt er das gesunde rechte Bein im Sitzen über das linke), nur bei Drehbewegungen. Um schlafen zu können, nehme ich aber Schmerzmittel.

Sechs Wochen Krücken, langwierige Therapie - geben Sie das Radfahren auf?
Sicher nicht! Ich fahre seit 23 Jahren mit dem Rad. Nachdem ich mir beim Fußballspielen das Knie zertrümmert habe, bin ich umgestiegen. Willi Dungl hat mir das damals empfohlen. Ich mache weiter, meine Muskeln dürfen nicht abbauen.

Hadern Sie mit dem Schicksal?
Ich hadere mit gar nichts. Meine Eltern haben immer gesagt: Geschehene Sachen soll man für gut halten.

Auch Ihren Rückzug aus der Politik?
Ich sehe mit größter Freude zu, wie es in Niederösterreich weitergeht. Es gab keinen einzigen Moment, in dem ich irgendetwas bereut habe.

Interview: Sandra Ramsauer

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