Fr, 17. November 2017

„Krone“-Interview

09.08.2017 19:08

Prödl: „In diesem Zirkus ist jeder austauschbar“

Harte Konkurrenz, Transferwahnsinn und der Kampf ums Überleben - Watfords Sebastian Prödl spricht, wie er als Abwehrchef spielt: Klar und kompromisslos!

Der 30-Jährige  geht in seine dritte Saison bei den Hornets und spricht über...

...seinen "Neustart".
Wir haben mit Silva einen neuen Trainer, auch den Betreuerstab gewechselt. Es fühlt sich an wie bei einem neuen Verein. Neue Philosophie, es schaut auch danach aus, dass wir auf eine Viererkette wechseln.

...einen möglichen "Bonus" als MVP der Anhänger in der letzten Saison.
Auch ich fange bei null an. Ich hoffe, dass ich durch die Wahl einen kleinen Kredit habe. Normalerweise wählen die Fans ja offensive Spieler, diesmal hat nicht der talentierteste gewonnen. Aber es wurde honoriert, dass ich mich voll reinhaue, aufopfere. Das bedeutet mir viel, ist eine Wertschätzung.

...das Saisonziel von Watford, das sich nur im Mittelfeld verstärkte und letzte Saison auf Platz 17 landete.
Ich denke, dass sich auch bei uns noch was tun wird. Es gilt, den Klub über Jahre in der Premier League zu etablieren. Hinter den Top 7 sind alle Teams gleichzusetzen. Wir wollen  nichts mit dem Abstieg zu tun haben, uns im Mittelfeld festsetzen.

...die unmittelbaren Folgen des Millionenregens durch die hohen TV-Gelder in der 5,4 Milliarden schweren Premier League.
Daher sinkt in England die Hemmschwelle, die Klubs können es sich auch leisten, Spieler einfach auf der Tribüne sitzen zu lassen. In diesem Zirkus ist jeder austauschbar.

...die allgemeine Entwicklung des Fußballs rund um den Neymar-Transfer.
Diese Summen sind extrem. Man muss aufpassen, dass man an dem Überangebot und an den Gerüchten nicht erstickt. Wenn ein Spieler in der Nase bohrt, ist das sofort eine Schlagzeile. Wir befinden uns im Kapitalismus. Fußball ist ein reines Tagesgeschäft. Ich habe das Gefühl, dass viele nicht weiterdenken. Da muss man aufpassen, dass die kleinen Klubs auch  überleben.

Rainer Bortenschlager, Kronen Zeitung

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