Di, 22. Mai 2018

"Kristina" im Glück

09.08.2017 10:42

"Vier Pfoten" retten letzten ukrainischen Tanzbär

Jahrelang wurde die letzte ukrainische Tanzbärin "Kristina" von ihrem Besitzer unter furchtbaren Bedingungen gehalten und als Attraktion in Wanderzirkussen und Kneipen vorgeführt. Doch das ist nun vorbei: Vergangene Woche konfiszierten die ukrainischen Behörden im Beisein der internationalen Tierschutzorganisation "Vier Pfoten" die Bärin kurz vor einem geplanten Auftritt.

Der Konfiszierung vorausgegangen waren stundenlange Verhandlungen mit "Kristinas" unkooperativem Besitzer. Schlussendlich griffen Polizei und Umweltinspektion durch und beschlagnahmten das Tier. Die "Vier Pfoten" brachte Kristina umgehend in den neuen Bärenwald Domazhyr bei Lemberg. Dort kann sie sich nun von ihren Qualen erholen und Ruhe finden. Ob sie hier dauerhaft bleiben darf, muss nun ein Gericht entscheiden, da die Konfiszierung vorerst nur temporär gilt.

"Körperliche Verfassung ist nicht optimal"
"'Kristina' geht es den Umständen entsprechend gut. Ihre körperliche Verfassung ist nicht ideal. Wir vermuten, dass sie schon etwas älter ist und eventuell eine Sehbehinderung hat", erklärt "Vier Pfoten"-Bärenexperte Carsten Hertwig. Im Bärenwald Domazhyr wird Kristina nun untersucht und versorgt. "Zuerst haben wir 'Kristina' in einem Innengehege untergebracht, damit sie sich an die neue Umgebung und die Tierpfleger gewöhnen kann. Unsere Tierpfleger haben ihr Verhalten genau beobachtet und am zweiten Tag beschlossen, sie ins Freigehege zu entlassen", so Hertwig.

Schreckliche Haltungsbedingungen ein Leben lang
"Kristina" verbrachte die meiste Zeit ihres Lebens in einem winzigen Käfig im Transporter ihres Besitzers, den sie auch bei Temperaturen über 30 Grad Celsius nicht verlassen konnte. Immer wieder war sie gezwungen, in Zirkussen oder auch in Fußgängerzonen zur Belustigung des Publikums aufzutreten. Im Winter und während auftrittsfreier Zeiten war "Kristina" in einem kleinen, schäbigen Verschlag auf dem Gelände einer Fischfabrik untergebracht. In ihrem neuen Freigehege hat sie nun genug Platz, um sich ausreichend zu bewegen.

Ein neues Zuhause für leidende ukrainische Bären
Die"Vier Pfoten" errichten derzeit in der Nähe der ukrainischen Stadt Lemberg ein neues Bärenschutzzentrum, das Platz für bis zu 30 leidgeprüfte Tieren bietet. Die erste Bauphase des Bärenwaldes Domazhyr wird bereits im Herbst 2017 abgeschlossen sein. In dem insgesamt 7,7 Hektar großen Areal können dann bis zu sechs Bären aus katastrophalen Haltungsbedingungen ein artgemäßes Zuhause finden. In den kommenden Jahren wird das Bärenschutzzentrum weiter ausgebaut werden, und nach Beendigung sämtlicher Bauarbeiten wird das Gelände schließlich ein Ausmaß von 20 Hektar umfassen.

Grausame Praxis soll nachhaltig beendet werden
Der Bau des Bärenwaldes Domazhyr ist ein wichtiger Schritt für die "Vier Pfoten" in der Ukraine, um die grausame Bärenhaltung nachhaltig zu beenden und die Haltungsbedingungen von Bären weiter zu verbessern. Erst Anfang Juli konnten die Tierschützer den ukrainischen Bären "Potap" retten und ihn als ersten Bewohner in den Bärenwald Domazhyr überführen. Der ehemalige Restaurant-Bär war von seinem Besitzer aufgegeben worden und wurde nur noch notdürftig mit Futter versorgt. "Potap" und "Kristina" können sich jetzt im Bärenwald Domazhyr von ihren Qualen erholen und endlich ein glückliches Leben führen.

 krone.at
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