Sa, 26. Mai 2018

Nordkoreas irrer Kim

09.08.2017 07:10

Eskalation: Trump lässt jetzt seine Bomber starten

Nordkorea macht größere Fortschritte bei seinem Atom- und Raketenprogramm als bisher angenommen. Wie die USA und Japan herausgefunden haben, ist der kommunistische Staat bereits in der Lage, seine Raketen mit Miniatur-Atomsprengköpfen zu bestücken - auch Interkontinentalraketen. Indes eskaliert der Konflikt zwischen den USA und Nordkorea: Während US-Präsident Donald Trump Pjöngjang "mit Feuer, Wut und Macht" begegnen will, drohte sein Kontrahent Kim Jong Un am Mittwoch damit, die US-Pazifikinsel Guam anzugreifen. Washington reagierte umgehend mit einer Bomber-Trainingsmission.

Dem Regime in Pjöngjang ist es einem Bericht der "Washington Post" zufolge gelungen, einen atomaren Sprengkopf zu entwickeln, der klein genug ist, um damit Raketen zu bestücken. Diese Informationen habe der US-Geheimdienst DIA (Defence Intelligence Agency) gewinnen können. Ein in Tokio veröffentlichtes Weißbuch des japanischen Verteidigungsministeriums kommt zu dem gleichen Schluss - Nordkorea sei damit einen Schritt weiter auf dem Weg zu einer vollwertigen Atommacht, hieß es.

Ob der kommunistische Staat den Atomsprengkopf bereits getestet hat, ist nicht bekannt. Nordkorea hatte zwar schon letztes Jahr verkündet, es habe einen solchen Test erfolgreich durchgeführt, dies konnte aber von unabhängigen Quellen nicht bestätigt werden. Damals verfügte das Regime noch nicht über Interkontinentalraketen.

Trump: Mit "Feuer, Wut und Macht" gegen Nordkorea
Die USA reagierten auf diese neuen Erkenntnisse mit der indirekten Androhung militärischer Gewalt. Wenn Nordkorea seine Drohungen fortsetze, werde diesen "mit Feuer, Wut und Macht begegnet, wie die Welt es so noch nicht gesehen hat", sagte Trump am Dienstag.

Pjöngjang droht mit Angriff auf US-Pazifikinsel Guam
Auch Nordkorea versuchte, die USA einzuschüchtern. Die Streitkräfte zögen einen Angriff auf die US-Pazifikinsel Guam "ernsthaft in Erwägung", meldete die staatliche Nachrichtenagentur KCNA am Mittwoch. Laut einem Sprecher der nordkoreanischen Armee könne der Plan "jederzeit" ausgeführt werden, sobald Staatschef Kim Jong Un die Entscheidung dazu treffe.

Auf Guam ist die US-Luftwaffenbasis Anderson stationiert, von der aus die Vereinigten Staaten immer wieder strategische Lagstreckenbomber des Typs B-1 zu Militärmanövern in Richtung koreanische Halbinsel entsenden. Laut Pjöngjang werde nun ein Angriff mit ballistischen Raketen des Typs Hwasong-12 in Erwägung gezogen, um den US-Stützpunkt und die dort stationierten Bomber in Schach zu halten - schließlich sei die Insel der potenzielle "Ausgangspunkt für eine Invasion in Nordkorea". Zudem würde man auf einen möglichen "Präventivschlag" der US-Streitkräfte mit einem "totalen Krieg" reagieren, der "sämtliche Stützpunkte des Gegners ausrotten wird, auch auf dem US-Festland".

Washington reagiert mit Bomber-Trainingsmission
In Reaktion auf diese Drohungen zeigte Trump dann, was er unter "Feuer, Wut und Macht" versteht: Die USA veröffentlichten Bilder von einer zehnstündigen Trainingsmission mit zwei B-1B-Bombern, die das Können und die taktischen Fähigkeiten der Piloten demonstrierten. "Diese Flüge mit Japan und Südkorea zeigen die Solidarität zwischen Japan, Südkorea und den USA, um sich gegen provokante und destabilisierende Aktionen im Pazifik zu verteidigen", hieß es in einer Aussendung der Air Force.

Gefährlichster Konflikt der Welt
Der Konflikt mit Nordkorea gilt als der derzeit gefährlichste der Welt. Japan und Südkorea sind Verbündete der USA, beide Länder fühlen sich durch das Atom- und Raketenprogramm Nordkoreas zunehmend bedroht. Trotz aller Warnungen hatte Nordkorea am 28. Juli eine Interkontinentalrakete getestet. Diese hatte nach Berechnungen von Experten eine theoretische Reichweite von rund 10.000 Kilometern. Kim sagte nach dem Test, das Festland der USA sei jetzt in Reichweite. Nach Einschätzung von US-Experten wäre eine solche Rakete in der Lage, auch Städte wie Los Angeles oder Chicago zu erreichen. Als Reaktion auf den Raketentest verhängte der UN-Sicherheitsrat am Wochenende die bisher schärfsten Wirtschaftssanktionen gegen Nordkorea.

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