Di, 22. Mai 2018

Unwetter im Anzug

08.08.2017 18:47

Einsatzkräfte schuften und zittern vor neuem Regen

Aufräumen, Wunden lecken, Schäden feststellen: Das steirische Katastrophengebiet zwischen dem Mur- und Ennstal ist nach wie vor im Ausnahmezustand. Menschen, die alles verloren haben, kämpfen mit den Einsatzkräften gegen die Verwüstung an - und bangen bereits vor den nächsten Unwettern, die am Mittwoch anrollen.

Bis die Schäden beseitigt und seelische Wunden bei den Betroffenen geheilt sind, wird es noch lange dauern. Doch es wird angepackt: 3000 Feuerwehrleute schufteten in den vergangenen Tagen im Katastrophengebiet, um das Schlimmste zu bewältigen.

Gehöfte abgeschnitten, Wohnhäuser gesperrt
Am verheerendsten ist die Lage noch in Oberwölz. 50 Gehöfte waren bis zuletzt nicht erreichbar; für zwölf Häuser galt ein Betretungsverbot. Auch in Niederwölz sowie Kobenz holten Floriani weitere Autos aus Gräben, pumpten Keller leer, beseitigten umgefallene Bäume und Schlamm.

Nachdem am Montagabend auch noch 90 Pioniere aus Villach angerückt sind, hilft das Bundesheer im Ennstal mit 140 Soldaten und schwerem Gerät bei der Wiederherstellung der Infrastruktur.

Pioniere bauen Brücken
In Großsölk müssen drei Brücken wiederaufgebaut werden. "Die Zufahrt ist zu eng für provisorische Pionierbrücken", so Oberst Christian Fiedler. "Deshalb bauen wir gleich dauerhafte Brücken." Die Sölkpassstraße bleibt indes bis 2018 gesperrt; weitere zehn Sperren sind nach wie vor aufrecht.

Mit Unterstützung eines Schaufelkrans schaufelten Pioniere nahe Donnersbachwald Häuser frei. In Öblarn war ein Rückhaltebecken, das ausgebaggert werden sollte, wegen einer desolaten Straße nicht erreichbar. Verklausungen des Walchenbachs mussten gelöst werden, damit das Wasser bei neuen Regenfällen abfließen kann.

Der Wetterbericht verheißt nichts Gutes
Denn neuer Regen droht schon am Mittwoch. Am Nachmittag soll es Gewitter geben, die ausgerechnet im Gebiet zwischen Mur und Enns am meisten Niederschlag bringen. Am Donnerstag werden dann bis zu 35 Grad erwartet - mit heftigen Wärmegewittern im Anschluss.

Matthias Wagner, Kronen Zeitung

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