Sa, 21. Oktober 2017

Reiterin getötet

08.08.2017 05:00

Tragödie erschüttert Reitsport-Szene

Der furchtbare Tod der Springreiterin Petra Wakolbinger (44) aus St. Martin im Mühlkreis erschüttert die heimische Reitsport-Szene. Einig sind sich die heimischen Experten, dass es ein geradezu schicksalshafter Unfall war. Denn das Pferd war ausgerechnet nach der kleinsten Hürde gestürzt.

"Ich habe die Petra schon als kleines Kind gekannt, hab’ schon beim Pferd ihrer Mutter die Hufe beschlagen. Ihr Tod hat uns alle schwer erschüttert", sagt Hufschmied Josef Frech vom Vorstand des oö. Pferdesportverbands: "Die Petra war eine sehr erfahrene Reiterin, auch die Trainingsanlage in Stadl-Paura spielt alle Stückerln. Es war wie ein Autounfall mit 20 km/h. Eine 90 Zentimeter hohe Hürde ist die leichteste Klasse, das war technisch wie Gymnastik zum Aufwärmen."

Unfall beim Training
Petra Wakolbinger war - wie berichtet - mit ihrem Wallach "Dreamdeal" beim Pferdezentrum Stadl-Paura über eine "Schweinerücken" genannte Hürde gesprungen. Das 630 Kilo schwere Vollblut strauchelte, stürzte und begrub die Reiterin vor den Augen ihres Ehemanns und des Reitlehrers unter sich. Wakolbinger erlitt schwerste Kopfverletzungen. Sie starb eine Stunde später im Spital.

5000 Betriebe in OÖ halten Pferde
In Oberösterreich gibt es etwa 5000 Betriebe, in denen Pferde gehalten werden, 25.000 Tiere und um die 50.000 Reiter. Beim Vielseitigkeitsreiten, in dem Wakolbinger 2014 Landesmeisterin wurde, und das Dressur-, Gelände- und Springreiten umfasst, gibt es in OÖ etwa 300 aktive Sportler.

Insgesamt passieren trotz der vielen Reiter wenige gravierende Unfälle, erklärt Franz Haas, Sprecher des OÖ. Pferdesportverbands im Interview.

"Krone": Jährlich verletzen sich laut KFV bundesweit 3100 Personen beim Reiten. 90 Prozent sind Frauen.
Franz Haas: Im Vergleich, wie viele Leute reiten, passiert insgesamt relativ wenig, das mus man schon sagen.

"Krone": Mehr als zwei Drittel der Unfälle sind laut Statistik Stürze aus der Höhe.
Haas: Typisch ist der Schlüsselbeinbruch beim Abrollen wegen eines Sturzes. Kopf- und Flugverletzungen sind durch die Helme Gott sei Dank selten geworden. Die Wirbelsäule wird durch Schutzwesten mit Rückenprotektoren geschützt.

"Krone": Sie plädieren für gesunde Vorsicht beim Reitsport.
Haas: Die Pferde sind genauso unberechenbar, wie wir Menschen, dessen sollte man sich als Reiter immer bewusst sein. Jeder, der sich auf ein Pferd setzt, muss wissen, dass irgendwann einmal etwas passieren kann. Das ist unausweichlich.

Christoph Gantner, Kronen Zeitung

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