Sa, 18. November 2017

Interview

07.08.2017 11:06

„Wir bewegen uns auf Messers Schneide“

Kombinierer-Ass Mario Seidl: Warum der 24-Jährige ein Grenzgänger ist, was er sich vom Sommer Grand Prix verspricht, wovon er träumt

Mario, du warst in der letzten Woche mit dem ÖSV-Kombinierer-Team auf Trainingskurs in Courchevel. Wie lief es dabei für dich?

Ich war zum ersten Mal dort, aber es war ein super Kurs. Wir konnten in Ruhe auf der tollen Anlage trainieren, sind dabei der Hitze entflohen, weil es ja doch hoch gelegen ist.

Du hast heuer einige neue Dinge probiert?

Ja, ich war im Juni mit den Langläufern und Biathleten in Norwegen, habe viele Schnee-Kilometer gesammelt. Davor war ich bei einem Freund in Schweden. Während er zur Uni ging, war ich Langlaufen.

Die Deutschen dominierten nach Gewichtsreduktion im letzten Winter. Habt ihr nachgezogen?

Wir haben geschaut, wo wir uns verbessern können. Die Deutschen haben uns gezeigt, dass man leichter werden und trotzdem dieselbe Kraft haben kann. Man muss dabei aber brutal aufpassen.

Klingt grenzwertig, sich zum Erfolg zu hungern

Es ist ein Grenzgang. Die Dichte wird immer höher, jeder Bereich wird ausgereizt. Wir bewegen uns dabei auf Messers Schneide. Ich habe genetisch das Glück, immer leicht gewesen zu sein, muss kaum aufs Gewicht achten.

Der Sommer-GP startet am 19. August in Oberwiesenthal. Deine Ziele?

Ich weiß durch die vielen Grundlagenstunden nicht, wo ich stehe. Ich möchte aber vorne dabei sein, ein Stockerlplatz wäre lässig.

Verspürst du Druck?

Nein, wir sind ja noch in der Vorbereitung. Ich will schauen, wo wir stehen.

Letzten Winter warst du bester Österreicher. Hast du das Gefühl, dass dir der Knopf aufgegangen ist?

Ja, das war schon ein richtig geiler Schritt, den ich gemacht habe. Ich habe gemerkt, dass es für ganz vorne reicht, wenn ich meine Leistung zeige. Meine Podestplätze dann ausgerechnet in Pyeongchang zu holen, war für das Selbstvertrauen ganz wichtig.

Deine Ziele für den kommenden Winter?

Das ganz große Ziel ist natürlich Olympia, da war ich ja noch nie dabei. Der Plan wäre, genau dort die Höchstform zu erreichen.

Vor Sotschi hattest du eine schwierige Saison. Hat dich das reifen lassen?

Es war eine wichtige Erfahrung. Damals war ich noch nicht bereit. Jetzt weiß ich, was es braucht, um nach vorn zu kommen.

Auf Pyeongchang 2018 folgen Spiele in Peking 2022. Deine Meinung zum IOC?

Ich würde mir wünschen, dass Olympia in Regionen stattfindet, wo Wintersport Tradition hat.

Innsbruck 2026 ist im Gespräch

Die WM in Seefeld 2019 ist schon ein Traum. Olympia wäre die Draufgabe!

Christoph Nister, Kronen Zeitung

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