Do, 14. Dezember 2017

Ermordeter Millionär

06.08.2017 08:00

Verdächtiger muss Haus verkaufen

Seit drei Monaten sitzt ein Innviertler Wirt unter Mordverdacht in U-Haft. In seinem Anwesen war - wie berichtet - die Leiche eines vermissten Salzburger Millionärs gefunden worden. Er beteuert seine Unschuld, ist privat am Ende: Der Wirt soll sein Gasthaus bereits zum Schnäppchenpreis zum Verkauf angeboten haben.

"Krone"-Leser kennen die Vorgeschichte: Im Juli 2016 verschwand der reiche Akademiker Roland Krenn (63) aus Salzburg mysteriös. Am 12. Mai dieses Jahres wurde die Leiche des Millionärs in einem Stall des Gasthauses von Robert Sch. (28) in Haigermoos (Bezirk Braunau) gefunden. Offenbar erwürgt lag der Tote, eingewickelt in Fetzen, in einem ehemaligen Futtertrog. Der Wirt wurde festgenommen.

Telefonat war richtige Fährte
Auf seine Spur war man durch den Salzburger Musiker Richard H. (24) aus Obertrum gekommen: Dieser war offenbar der Letzte, der mit Krenn telefoniert hatte, er war des öfteren mit ihm in dem Innviertler Gasthaus gewesen, und er hatte der Polizei das Leichenversteck verraten. "Ich habe mit dem Mord selbst nichts zu tun - Robert Sch. hat mich gedrängt, ihm beim Verstecken der Leiche zu helfen, weil ich noch Schulden wegen eines Kokain-Deals bei ihm hatte", behauptet der Musiker, der eine Woche zuvor verhaftet worden war.

Außer Fingerabdruck nur wenig konkrete Fakten
Beide Verdächtige bestreiten den Mord, belasten sich gegenseitig. Die Ermittler kommen nicht weiter: Eine Obduktion der Leiche konnte aufgrund des Verwesungszustandes nicht einmal die Todesursache zweifelsfrei klären, auch nun erstellte toxikologische Gutachten brachten keine neuen Erkenntnisse. Am Tatort konnten keine DNA-Spuren gesichert werden, nur auf einer Uhr des Mordopfers gibt es Fingerabdrücke: Und die stammen vom verdächtigen Gastwirt Robert Sch.

Bauernhof steht angeblich zum Verkauf
Inzwischen soll der Innviertler Verdächtige finanziell am Ende sein, sein Gasthaus in Haigermoos samt Grund zum Verkauf angeboten haben. Erst war von 200.000, dann von 170.000 Euro die Rede. "Mir ist davon nichts bekannt, aber ich hoffe, dass das Gasthaus erhalten bleibt", meinte der Bürgermeister von Haigermoos, Johann Schwankner, auf "Krone"-Anfrage und betonte: "Ansonsten aber will ich mit dem Fall nichts zu tun haben!"


Johann Haginger, Manuela Kappes, Kronen Zeitung

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