Mi, 22. November 2017

Mehr Kontrolle:

05.08.2017 22:00

Polizei versucht Parks sicherer zu machen

Die neue, 50-köpfige Bereitschaftseinheit der Polizei läuft zwar erst im Probebetrieb, sie zeigt aber doch bereits deutlich Wirkung. Bei einem "Krone"-Lokalaugenschein in vier Linzer Innenstadtparks war zufällig auch gerade ein Teil der Truppe auf Patrouille. Und wirklich jeder Verdächtige wurde genau kontrolliert.

Spätestens seit der Flüchtlingskrise 2015 hat sich der öffentliche Raum in der Linzer Innenstadt verändert. Augenfällig war das zunächst beim Linzer Hauptbahnhof, in dem es ständig Randale gab. Dort scheint die Situation derzeit unter Kontrolle.

Anrainer schlugen Alarm
Aufgrund lautstarker Anrainerbeschwerden wurde ab dem Frühjahr vor allem der Linzer Hessenpark zu einem Symbol dafür, dass die Innenstadt nicht mehr den Bürgern gehört. Nach monatelangen Protesten - und auch, weil sich die "Krone" des Problems annahm - wurde die Polizeipräsenz deutlich erhöht, Streifen bewachten den zentrumsnahen Park ganztägig. Unmittelbarer Erfolg: Die Drogendealer verzogen sich. Aktuell hat nur noch ein kleines Häuflein aus Süchtigen, die sich im Substitutionsprogramm befinden, und Obdachlosen dort seinen Stammplatz. Auch der Ex-Sozialarbeiter Johann Kröll, der nach eigenen Angaben zur Kifferszene gehört, meint: "Du kannst den ganzen Tag im Hessenpark verbringen und kriegst nichts mehr angeboten."

Parks als "Reviere"
Auch interessant: Die Innenstadtparks sind wie Reviere aufgeteilt: Der Volksgarten, einst nächtlicher Treffpunkt der Homosexuellen, ist in südländischer Hand. Der merkwürdig ungepflegt wirkende, aber erst  seit 2011 bestehende City Park zwischen Hotel Park Inn und Kaufmännischem Vereinshaus war bei Drogenhändlern recht beliebt. Sie sind aber derzeit zum Hinsenkampplatz in Linz-Urfahr abgewandert. Dort gibt es zwar Überwachungskameras, sie schrecken aber zu wenig ab, so ein Insider. Der Schillerpark wiederum gilt als Eldorado rumänischer Bettlerbanden, die wieder stärker aktiv sind.

Polizeichef versucht neue Lösung
Inzwischen versucht Landespolizeidirektor Andreas Pilsl mit einem seiner Projekte - der Bereitschaftseinheit - einen neuen Zugang zu der Dauerproblematik  zu finden. Die 50-köpfige Einheit läuft, wie berichtet, derzeit im Probebetrieb. In den Parks bewährt sich vorerst der hohe Kontrolldruck. Aber der Sommer ist noch lang, und die Menschen fühlen sich dennoch unsicher in den Linzer Parks.

Geforderte Sicherheitsmaßnahmen wird es am Linzer Bahnhof  nicht geben. ÖBB-Sprecher Karl Leitner erklärt im Interview: "Es bleibt, wie es ist!"

"Krone": Der  Hauptbahnhof zählt  zu den negativen Hotspots in Linz, es wurden oft Maßnahmen gefordert.
Karl Leitner: In Linz bleibt es, wie es ist. Verstärkte Polizeistreifen haben sich bereits positiv ausgewirkt.
"Krone": Zusätzlich wurden aber ein Alkoholverbot und eine Einschränkung des freien WLAN gefordert.
Leitner: Übermäßiger Alkoholgenuss ist laut unserer Hausordnung ohnedies verboten, auf die Einhaltung achtet unsere Security. Und zum freien WLAN-Zugang: Die letzten groben Zwischenfälle hat es in Parks außerhalb des Bahnhofs gegeben, obwohl es dort kein freies WLAN gibt. Das allein hat also nichts mit Ausschreitungen zu tun.
"Krone": Andererseits hat sich am Wiener Bahnhof die Einschränkung des freien Internetzugangs bewährt.
Leitner: In Wien West haben wir ein ganz anderes Publikum - nämlich  Nahverkehrskunden, die sich nur sehr kurz am Bahnhof aufhalten, das gedrosselte WLAN nicht spüren. In Linz hingegen haben wir viel mehr Fernverkehrskunden, die sich deutlich länger im Bahnhof aufhalten - viele von Ihnen würden die WLAN-Drosselung ab der 16. Minute spüren. Damit würden Bahnkunden in Linz einen Nachteil haben.

Christoph Gantner und Johann Haginger, Kronen Zeitung

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