Mi, 22. November 2017

Bayern ist sauer

04.08.2017 23:30

Airline-Krise befeuert Streit

Der Lärm-Streit zwischen Salzburg und Bayern spitzt sich erneut zu. Auslöser hierfür sind die derzeitigen Air Berlin-Turbulenzen, die massenhaft zu Verspätungen führen - und damit zu einem eklatanten Anstieg der Verstöße gegen Ruhezeiten: Seit Mai hat sich die Zahl bereits verneunfacht und Entspannung ist nicht in Sicht.

Der Grund: Air Berlin bietet mit 22.50 Uhr die spätest möglichen Landungen in Salzburg an. Durch die betriebsinternen Probleme bei der Airline kam es bei dieser Verbindung zuletzt aber mehrfach zu Verspätungen - von bis zu über einer Stunde (am 16. Juli etwa).

Das schlägt sich auch in den statistischen Aufzeichnungen des Flughafens nieder. Seit April hat sich die Zahl der Verstöße gegen die Ruhezeit sogar verneunfacht! Während im April noch lediglich zwei Verstöße verzeichnet wurden, waren es im Mai bereits 10. Im Juni ist die Zahl auf 15 gestiegen und erreichte im Juli ihren vorläufigen Höhepunkt mit 18. In der Summe sind das 45 Vorfälle innerhalb der vergangenen vier Monate, 57 allein in diesem Jahr.

Verstöße gegen Ruhezeit haben zuletzt stark zugenommen

Es muss davon ausgegangenen werden, dass sich der Negativ-Trend im August weiter fortsetzt, wenn Air Berlin nicht endlich seine Probleme in den Griff bekommt. Experten raten bereits, keine Ticket-Buchungen mehr als sechs Monate im Voraus zu leisten - zu unsicher ist der Fortbestand der Airline, die mehrere wichtige Knotenpunkte von Salzburg aus anfliegt und für Urlauber und Geschäftsreisende daher gleichermaßen wichtig ist.

Schuld an der Entwicklung sollen laut Flughafen-Sprecherin Susanne Buchebener aber nicht ausschließlich "die Umstrukturierungsprozesse" bei Air Berlin sein, sondern zuletzt auch das Wetter. Starts nach 23 Uhr habe es jedenfalls keinen einzigen gegeben.

"Wir fordern schon seit Jahren, dass die Betriebszeitenüberschreitungen so gering wie möglich zu halten sind - sie sind aber in diesem Jahr im Sommerflugplan besonders häufig festzustellen," konstatiert verärgert Freilassings Bürgermeister Josef Flatscher, der auch Vorsitzender der Fluglärmkommission ist. "Schuld daran ist größtenteils der Flugplan, wonach die letzte Maschine regulär um 22.50 Uhr landet - da ist doch eine Verspätung nach 23 Uhr schon vorprogrammiert."

Die Kommission fordert, die Flugpläne so zu gestalten, dass die nächtlichen Maschinen schon deutlich vor 23 Uhr landen, um solche Verspätungen zu vermeiden. "Es sagt keiner etwas, wenn ein medizinisch erforderlicher Rettungsflug nachts durchgeführt werden muss", so Flatscher, "aber diese erwartbaren Überschreitungen dürfen nicht sein. Die Nachtruhe der Bürger auf bayerischer und auf Salzburger Seite muss gewährleistet sein. Hier muss sich etwas ändern." In der Vergangenheit sei das deutlich unproblematischer gewesen - in manchen Jahren lag die Zahl der Überschreitungen unter 20.

Anna Dobler, Kronen Zeitung

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