So, 19. November 2017

30.000 Euro pro Tag

02.08.2017 16:51

Spardiktat bei Rettung, Rekordgagen für Berater

Im Wiener Gesundheitswesen kracht es an allen Ecken: Während Patienten im Hochsommer am Gang liegen, die Rettungsdienste kaputtgespart werden und die Skandalbaustelle Krankenhaus Nord noch immer nicht fertig ist, gibt der Krankenanstaltenverbund (KAV) Abermillionen für externe Berater aus.

In 15 Monaten (2016 bis 1. Quartal 2017) zahlte der Spitalsverbund an "Einflüsterer" 13,4 Millionen Euro. Das sind 900.000 Euro im Monat oder 30.000 Euro pro Tag. Die Liste der Profiteure ist lang, wie aus einer Anfrage an Gesundheitsstadträtin Sandra Frauenberger (SPÖ) hervorgeht. Demnach benötigte die KAV-Direktion "Hilfe" von 21 verschiedenen Wirtschafts- und 16 Rechtsberatern (in drei Jahren).

Goldene Nase verdient
Wenig verwunderlich, wer sich neben Anwälten und Ziviltechnikern alles eine goldene Nase verdient hat. Die Wiener Standortentwicklung GmbH - praktisch im Eigentum der Gemeinde - wurde ebenso mit Steuergeld bedacht wie eine SPÖ-nahe Projektentwicklerin oder die frühere Frauengesundheitsbeauftragte der Stadt. Wofür die Psychologin 60.000 Euro erhalten hat, geht aus der Stellungnahme nicht hervor.

Gemeindespitäler ohne Antikorruptionsbeauftragten
Interessant auch: Die Gemeindespitäler mit 30.000 Mitarbeitern haben keinen Antikorruptionsbeauftragten. Ein Konzept zur Besetzung dieser Stelle sei gerade in Ausarbeitung, heißt es.

Den abgefragten Zeitraum hat hauptsächlich der mittlerweile gefeuerte KAV-General Udo Janßen zu verantworten. Der Manager wurde Anfang des Jahres mit fetter Abfertigung verabschiedet.

Die damals politisch Verantwortliche, Sonja Wehsely (SPÖ), hat sich bekanntlich zu Siemens nach Deutschland abgesetzt. Derzeit leitet ein Trio den Spitalsverbund.

Die Probleme - Gangbetten, Krankenhaus Nord etc. - sind geblieben und weiter ungelöst.

Alex Schönherr, Kronen Zeitung

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