Mo, 28. Mai 2018

Alle machten mit!

02.08.2017 15:31

Familien-Bande dealte mit Kokain und Cannabis

Ein Familienunternehmen der besonderen Art ging jetzt der Tiroler Polizei ins Netz: Eine aus Holland stammende Familie soll im Bezirk Kitzbühel im großen Stil mit Kokain und Cannabis gedealt haben. Und dabei machten alle mit - von der 77 Jahre alten Oma bis zum 14-jährigen Enkel. Drei Erwachsene sitzen nun in Haft.

Jahrelang liefen die Geschäfte des "Drogen-Familienbetriebs" offenbar bestens. Anfänglich schmuggelte ein 49-Jähriger mit seiner gleichaltrigen Ehefrau das Kokain zu jeweils rund 100-Gramm-Rationen in einer im Kofferraum eines Leihwagens versteckten Kaffeedose nach Tirol. Ab November 2015, als die beiden im Bezirk Kitzbühel ein Lokal eröffneten, übernahm dann die 77-jährige Mutter des Mannes die Beschaffungsfahrten und holte alle zwei Wochen Nachschub aus der Heimat. Doch Ende Mai wurde die "Drogen-Omi" im Zug mit 150 Gramm Kokain erwischt und festgenommen. "Es wurde dann die Wohnung und das Lokal der Familie durchsucht. Dabei konnten etwa eine Schreckschusspistole, Bargeld und etwas Kokain sichergestellt werden", weiß Katja Tersch vom Landeskriminalamt.

Schüler als Drogen-Bote

Kaum zu glauben: Auch der Sohn (14) des 49-Jährigen wurde als Drogen-Bote eingesetzt. Per Taxi lieferte dieser an Abnehmer das Suchtgift oder brachte die Drogen aus der Wohnung ins Lokal, sobald nicht mehr genügend vorhanden waren.

Insgesamt soll die Familie vier Kilo Kokain und ein Kilo Cannabis nach Tirol geschmuggelt haben. Rund 2,5 Kilo Kokain und das gesamte Cannabis im Wert von rund 210.000 Euro sollen weiterverkauft worden sein.

Alle vier Personen sind laut Polizei mittlerweile geständig. "Die drei Erwachsenen sitzen derzeit in Innsbruck in U-Haft, der 14-Jährige befindet sich bei seiner leiblichen Mutter in den Niederlanden", sagt Tersch.

In Italien konnte vergangene Woche auch ein Dealer festgenommen werden, der die Familie zwischen Ende 2016 und April 2017 mit Drogen versorgt hat. Zudem konnten rund 60 Abnehmer ausgeforscht und angezeigt werden.

Samuel Thurner, Kronen Zeitung

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden