Do, 24. Mai 2018

Bei brütender Hitze

02.08.2017 06:19

Seilbahn-Defekt in Sbg: 104 Menschen saßen fest

Abrupter Stopp am Dienstag bei der Zwölferhorn-Bahn in St. Gilgen in Salzburg: Gegen 16 Uhr kam es zu einem technischen Defekt, alle Gondeln standen still. 104 Menschen saßen eine Stunde in den Kabinen fest - bei brütender Hitze. Techniker schafften es aber, die Anlage wieder in Betrieb zu bringen.

Ein Großeinsatz mit Bergrettern, Feuerwehr, Alpinpolizei und Rotem Kreuz lief sofort an, als am Dienstag, kurz nach 16 Uhr, die Zwölferhorn-Bahn in St. Gilgen plötzlich stehen blieb. In den 30 Kabinen waren mehr als 100 Menschen eingeschlossen.

Bergung per Drehleiter
Aufgrund der hohen Temperaturen klagten einige bereits über Kreislaufprobleme. "Akute Gefahr bestand für niemanden", so Karl Paul, Ortsfeuerwehrkommandant von St. Gilgen. "Das Standardprozedere ist das Abseilen der Personen", sagte eine Polizeisprecherin. Außerdem wurde überlegt, die Passagiere mittels Hubschrauber zu bergen. Der Feuerwehr gelang es dann, mit einer Drehleiter acht Menschen aus zwei Gondeln nahe der Talstation zu holen.

Verkeilung gelöst
Eine Evakuierung aus der Luft war schließlich nicht notwendig. Technikern gelang es nach etwa einer Stunde, eine Verkeilung, die den Defekt bewirkt hatte, zu lösen und die Anlage wieder zum Laufen zu bringen. Die Hälfte der Passagiere konnte bei der Bergstation, die andere bei der Talstation aussteigen. Sie wurden sofort mit Wasser versorgt, dann nach St. Gilgen gebracht.

Bahn im Juni 1957 eröffnet
Die Nostalgie-Seilbahn ist bereits 60 Jahre alt. Sie gilt als die weltweit letzte sich in Betrieb befindliche Zweiseilbahn nach dem sogenannten System Girak. Die Bahn wurde im Juni 1957 eröffnet. "Bei einer Betriebslänge von 2740 Metern erreicht man die auf 1476 Metern gelegene Bergstation in rund einer Viertelstunde", heißt es auf der Homepage der Zwölferhorn-Seilbahn GmbH. "Die Statistik verzeichnet, dass seit der Eröffnung insgesamt rund 8,5 Millionen Fahrgäste unfallfrei befördert wurden." Die Konzession für die Bahn in der derzeitigen Form wurde offenbar noch bis Ende 2017 verlängert.

Iris Wind und Jürgen Pachner, Kronen Zeitung

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