Do, 23. November 2017

Unglück

01.08.2017 15:32

Familiendrama am Höhenweg

Es sollte ein herrlicher Familienausflug werden und er endete in einer Tragödie: Mehrere Verwandte aus Thüringen (D) waren auf der Rudolfshütte in Uttendorf, wollten gemeinsam den Tauernhöhenweg gehen. Am Montag aber stürzten eine Oma und ihr Enkerl 100 Meter ab. Sie war sofort tot, der Bub liegt im Landes-Spital.

Am Sonntag reisten die Familien aus Thüringen in Deutschland bei der Rudolfshütte (2315 Meter) am Weißsee in Uttendorf an. Mehrere Großeltern waren mit ihren Enkerln auf Wanderurlaub in den Pinzgau gekommen, gemeinsam wollten sie das schöne Wetter nutzen und den Tauernhöhenweg entlang gehen. Was sie am Montag auch taten. Am Vormittag startete die Wandergruppe in Richtung Ödwinkelkees. Am Nachmittag, gegen 15 Uhr, drehte dann eine Großmutter (64) mit ihrem Enkerl (6) um und kehrte Richtung Rudolfshütte zurück. Der Rest der Urlaubertruppe setzte seine Tour fort.

Doch als die Wandergruppe später wieder bei der Rudolfshütte ankam, stellte sie fest, dass die vorausgegangene Oma mit ihrem Enkerl noch gar nicht da ist.

Ein Bergführer, der gerade anwesend war, machte sich mit zwei Helfern sofort auf die Suche. Schließlich fanden sie die beiden keine halbe Stunde von der Rudolfshütte entfernt, etwa 100 Meter unterhalb des Höhenweges, im steilen, schroffen Gelände. "Sie dürften abgestürzt sein", sagt Polizeisprecherin Verena Rainer. "Am Dienstag waren Alpinpolizisten noch einmal vor Ort, die Ermittlungen zum Unfallhergang sind noch im Laufen."

Der Bergführer alarmierte den Notarzthelikopter, die Martin6-Crew konnte die Frau nur mehr tot bergen. Der 6-Jährige Bub wurde sofort ins Landes-Spital geflogen, dort in künstlichen Tiefschlaf versetzt. Sein Zustand wird als stabil, aber kritisch bezeichnet. "Es ist wirklich sehr tragisch", zeigt sich Rudolfshütte-Chef Wilfried Holleis betroffen.

Max Grill, Kronen Zeitung

Interview: Joachim Schiefer/Landesarzt der Salzburger Bergrettung
Hochsommer in Salzburg und das schöne Wetter lockt auf die Berge. Bergrettungs-Landesarzt Joachim Schiefer hat allgemeine Tipps fürs Gebirge bei den extremen Temperaturen.

Herr Dr. Schiefer, derzeit herrschen hohe Temperaturen. was muss man dabei in den Bergen beachten?

"Steigt die Umgebungstemperatur, beginnen wir zu schwitzen, der Körper gibt also Wärme ab. Oft vergessen wir in dieser Situation ausreichend zu trinken - das heißt zumindest zwei bis drei Liter Flüssigkeit. Zumeist trinken wir zu wenig, zu spät und zu süß. Es kommt zur Erschöpfung, das führt sehr rasch zur Abnahme der Leistungsfähigkeit."

Wie wirkt sich die Hitze auf den Körper aus?

"In schlimmeren Fällen kommt es zu einem Hitzekollaps. Wegen des Flüssigkeitsmangels ergibt sich ein plötzlicher Blutdruckabfall. Kommt es zusätzlich zu Verwirrtheit des Betroffenen und zu einer Bewusstseinstrübung bis zur Bewusstlosigkeit, dann liegt sehr wahrscheinlich ein Hitzschlag vor. Erste Anzeichen sind Kopfweh, Übelkeit und Mattigkeit."

Kann man vorbeugen?

"Bei der Tourenplanung eher schattseitige Wanderwege auswählen, eventuell durch den Wald, und früh aufbrechen. Ab ca. 14 Uhr ist die maximale Tagestemperatur erreicht."

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