Mi, 24. Jänner 2018

Alarmierende Studie

31.07.2017 12:13

Fast 90.000 Unternehmen brauchen einen Nachfolger

Nachfolge gesucht - damit sind in Österreich in den kommenden fünf Jahren fast 90.000 Unternehmen konfrontiert. Das geht aus einer Analyse des Wirtschaftsinformationsdiensts Bisnode D&B hervor. Das seien rund 18 Prozent aller Unternehmen in Österreich, heißt es in einer Pressemitteilung. Bei den Einzelfirmen habe mehr als ein Fünftel einen Inhaber, der 60 Jahre oder älter sei.

Wenn ein Unternehmer mit 65 Jahren in Pension gehen wolle, müsse er sich spätestens mit 60 Jahren um seine Nachfolge kümmern. Werde der richtige Zeitpunkt verpasst, könne dies zur Auflösung der Firma führen, heißt es.

Arbeitsplätze, Know-how und Kapital gehen verloren
Damit gingen Arbeitsplätze, Know-how, Kapital und Steuereinnahmen verloren. Der Analyse zufolge müssten insgesamt 87.870 Unternehmen an eine neue Generation von Besitzern übergeben werden. Bei den Einzelfirmen haben rund 21 Prozent einen Inhaber, der 60 Jahre oder älter sei. Bei den Unternehmensformen GmbH und Kommandit- bzw. Offene Gesellschaft seien es je 14 Prozent, die mehrheitlich unter Kontrolle von Personen sind, die in den nächsten fünf Jahren in Pension gehen dürften.

Gesundheitsbereich stark betroffen
"Die Branche mit der absolut höchsten Anzahl an potenziellen Nachfolgeproblemen ist der Gesundheitsbereich mit mehr als 8700 betroffenen Unternehmen, von der Arztpraxis bis zur selbstständigen Krankenpflege", schreibt der Wirtschaftsinformationsdienst in seiner Pressemitteilung. Stark vertreten sind auch Einzelhandel, Gastronomie, technische Dienste und Immobilien.

Wiens Unternehmen mit akuten Nachfolgeproblemen
Regional betrachtet seien vor allem im Osten Österreichs Nachfolger gefragt. Auf Wien entfielen 21 Prozent, auf Niederösterreich rund 19 Prozent und auf Oberösterreich 14 Prozent. Dahinter folgen die Steiermark (13 Prozent), Tirol (rund zehn Prozent), Salzburg und Kärnten (je rund acht Prozent), Vorarlberg (rund fünf Prozent) und das Burgenland (vier Prozent).

Für Jungunternehmen, die gerne ein Geschäft in der Generationennachfolge übernehmen wollen, gebe es in Österreich somit hinlänglich Potenzial. "Vor allem, wenn man daran denkt, dass das durchschnittliche Pensionsalter deutlich unter 65 Jahren liegt, nämlich bei knapp über 60 Jahren."

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