Sa, 16. Dezember 2017

Lauter Ruf aus Wien:

30.07.2017 11:12

Personalnot bei den Freiheitlichen

Die ÖVP mit der FPÖ - oder gehen möglicherweise sogar die Roten und die Blauen zusammen und bilden eine Koalition?  Wie nach der Nationalratswahl am 15. Oktober 2017 unsere neue Bundesregierung aussehen wird, ist natürlich völlig ungewiss. Spekulieren darf man allerdings - und somit auch davon ausgehen, dass die Freiheitlichen unter Führung von Heinz Christian Strache nach der Wahl ein gehöriges Wörtchen mitreden werden.

Für die Blauen in Wien ist dieser Blick in die Zukunft ein höchst erfreulicher - für die FPÖ in Oberösterreich allerdings genau das Gegenteil. Parteichef und Landeshauptmann-Stellvertreter Manfred Haimbuchner wäre es wohl am liebsten, wenn er sich nicht mit der Frage herumschlagen müsste, wen er nach Wien schickt. Aber auch ohne diese Frage hat er in der Partei derzeit genug Baustellen. Aber alles der Reihe nach.

Keine Harmonie mit Klubobmann Herwig Mahr
Wenn die FPÖ Regierungspartei wird, haben Strache und sein Stratege Herbert Kickl keine andere Wahl, als Personal aus OÖ abzuziehen. Dafür in Frage kommt mit Infrastruktur-Landesrat Günther Steinkellner nur einer. Über ihn erzählen sich Freiheitliche, dass er mit seinen Kollegen im blauen Klub und Klubobmann Herwig Mahr ganz und gar nicht harmoniert.

Steinkellner ist Kandidat Nummer 1
Somit gilt Steinkellner als Wechselkandidat Nummer 1. Aus seinem Umfeld ist zu hören ist, dass er sich mit dem Gedanken, in Wien Minister zu werden, schon angefreundet hat. Wer ihm in der Landesregierung folgt, ist unklar. Mahr wäre der logische Kandidat. Auf ihn als Klubchef kann Haimbuchner aber nicht verzichten. Den Job, die Blauen im Landtag zusammenzuhalten, traut er sonst keinem zu.

Kein Personal aus Linz und Wels
Keinesfalls wird es einen Wechsel der Parteispitzen aus Linz (Vizebürgermeister Detlef Wimmer) und Wels (Bürgermeister Andreas Rabl) in die Landesregierung geben. Es wäre ein politischer Selbstmord mit Anlauf, die Macher in den Städten zu entfernen, ist aus der FPÖ zu hören. Wobei das nicht das einzige Problem ist. Landesrat Elmar Podgorschek ist zwar höchst bemüht, er gilt aber als angeschlagen. Ein Blauer erzählte der "Krone" erst kürzlich, dass er schon Ende 2015 ausgewechselt werden sollte - wegen nicht vorhandener personeller Alternativen durfte er aber bleiben.

"Die Schuhe sind ihm zu groß"
Was man Podgorschek vorwirft: "Er ist zu leise, haut nicht auf den Tisch und übt sein Amt zu gemütlich aus. Zusammengefasst sagt ein prominenter Blauer: "Die Schuhe als Landesrat waren ihm von Beginn an viel zu groß."

Robert Loy, Kronen Zeitung

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden