Do, 18. Jänner 2018

2 Jahre nach Unfall

30.07.2017 09:02

Grünberg: "In meinen Träumen kann ich noch gehen"

Heute vor zwei Jahren verunglückte Kira Grünberg schwer: Die 24-Jährige, die auch für den Nationalrat kandidiert, im berührenden Interview, über ihr neues, ganz anderes Leben.

"Krone": Kira, fühlen sich die zwei Jahre seit dem Unfall lange an?
Kira Grünberg: Die Zeit ist extrem schnell vergangen, aber andererseits habe ich das Gefühl, schon lange im Rollstuhl zu sein. Ich habe mich an mein neues Leben sehr schnell gewöhnt. Für mich ist es ganz normaler Alltag.

Wie sieht dieser Alltag in etwa aus?
Wenn ich aufwache, klingle ich und meine Pflegerin hilft mir aus dem Bett, richtet mich her. Manchmal macht das die Mama. Ich kann mittlerweile selbst Zähne putzen und allein frühstücken. Den Vormittag verbringe ich meist mit beruflichen Dingen, nach dem Mittagessen habe ich Therapien oder Training.

Wenn du träumst, kannst du dann gehen?
Nach dem Unfall habe ich mich im Traum immer im Rollstuhl gesehen. Mittlerweile kann ich immer gehen. Oft spielt die Verletzung im Hintergrund mit. Ich gehe dann langsamer oder achte darauf, mich nicht auf eine steinharte Bank zu setzen.

Welche Fortschritte hast du schon gemacht?
Ich kann mich selbst ins Bett legen. Dass hätte ich nie erwartet. Ein wichtiger Erfolg, denn ich möchte bald Autofahren können, und da muss ich es selbst auf den Fahrersitz schaffen. Jetzt haben wir ein neues Ziel definiert: einen Klimmzug! Das kann Jahre dauern. Aber ich hatte auch als Sportlerin hohe Ziele.

Gibt es auch Ärgernisse?
Ja, es sind meist Kleinigkeiten. Wenn ich beispielsweise eine Creme aufmachen möchte, und sie fällt mir dabei runter. Dann denke ich mir: Muss das wirklich sein? Ich will das eigentlich nicht. Die Momente gehören dazu.

Hast du dich verändert?
Ich war und bin ein sehr positiver Mensch. Vielleicht bin ich aber etwas ruhiger und gelassener geworden.

Welche Rolle spielt dein Therapiehund "Balu"?
Er ist ein toller Begleiter und tut meiner Seele gut. Unsere Bindung ist sehr stark. Ich liebe es, wenn er sich zu mir ins Bett kuschelt. Wir verstehen uns super.

Und dein Freund Christoph?
Ich bin unheimlich stolz auf ihn. Die Umstellung war für uns beide groß. Schön, dass er so hinter mir steht.

Sind eigene Kinder für dich ein Thema?
Ja, ich wünsche mir Kinder. Nicht jetzt, aber in der Zukunft. Und es ist immer noch möglich.

Du kandidierst für die Bewegung von Sebastian Kurz?
Als mich Sebastian gefragt hat, musste ich schon erstmal schlucken. Ich habe einige Tage nachgedacht, weil es eine große Entscheidung war. Jetzt freue ich mich, dass ich die Möglichkeit bekomme, etwas zu verändern. Ich werde mich besonders für Menschen mit Behinderung einsetzen und sie ins Sonnenlicht stellen.

Anja Richter, Kronen Zeitung

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