So, 19. November 2017

Zentralschlüssel

28.07.2017 13:42

Deutsche Konzerne gründen Log-in-Allianz

Im Ringen mit Google, Facebook und Amazon um die Gunst der Internetnutzer schließen die konkurrierenden TV-Sender ProSiebenSat.1 und RTL, der Online-Konzern United Internet mit seinen E-Mail-Anbietern Web.de und GMX sowie der Online-Händler Zalando ein Bündnis. Sie kündigten am Freitag ein gemeinsames Anmeldeverfahren an, mit denen sich Nutzer auf allen beteiligten Plattformen einloggen können.

Die deutschen Konzerne reagieren damit auf ähnliche Angebote von Facebook, Google und Twitter, die Nutzern die Anmeldung auf fremden Internetseiten erleichtern und damit ihr eigenes Wachstum beschleunigen. Europäische Unternehmen klagen seit Jahren, dass sie im Internet der Übermacht der US-Riesen ausgeliefert seien. Der Chef des deutschen Medienkonzerns Axel Springer, Mathias Döpfner, brachte diese Ansicht bereits 2014 mit dem viel diskutierten Bekenntnis "Wir haben Angst vor Google" auf den Punkt.

Gegengewicht zu "intransparenten Algorithmen"
Die vier Partner der sogenannten Log-in-Allianz werben um zusätzliche Verbündete. "Jedes weitere Unternehmen, das sich unserer Initiative anschließt, erhöht den Vorteil für den Kunden und stärkt gleichzeitig die deutsche Digitalwirtschaft", erklärte RTL-Deutschland-Chefin Anke Schäferkordt. ProSiebenSat.1-Chef Thomas Ebeling sagte, das Bündnis sei als Gegengewicht "zu den monopolistischen und intransparenten Algorithmen der US-Spieler" angelegt. Das Bündnis ist die erste große Allianz der beiden Erzrivalen, seit vor Jahren der Plan einer gemeinsamen Videoplattform am Bundeskartellamt scheiterte.

Offene Standards, strenger Datenschutz
Diesmal glauben die Partner die Wettbewerbshüter auf ihrer Seite zu haben. Dafür soll die Kooperation als unabhängige Stiftung organisiert werden. "Die Log-in-Allianz setzt auf offene, plattformneutrale Standards in Verbindung mit dem strengen EU-Datenschutz, der ab Mai 2018 zur Anwendung kommt", erklärte United-Internet-Chef Ralph Dommermuth. Mit dem Versprechen, die Nutzerdaten streng nach europäischen Grundsätzen zu nutzen, wollen die Partner sich von US-Rivalen abheben, die wiederholt für eine mangelnde Beachtung europäischer Datenschutzvorgaben kritisiert wurden.

 krone.at
Redaktion
krone.at
Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden