Mo, 23. Oktober 2017

"Urban Gardening"

30.07.2017 08:20

Süße Fruchtzwerge auf Balkon und Terrasse

Beim Thema "Urban Gardening" liegen Obstbäume und Beerensträucher stark im Trend. Wohnkrone verrät, wie Sie Ihren Balkon- und Terrassengarten mit den süßen Fruchtzwergen bereichern können.

Köstliche Erdbeeren, Himbeeren oder Ribisel locken uns mit ihren reifen roten Früchten an. Wenn sich die Äpfel zur Reife verfärben, beißen wir herzhaft hinein. Heute geht es bei uns um Obst im Topf. Das Wort Obst kommt übrigens vom althochdeutschen Ausdruck "obatz" und bedeutet Zukost. Die Göttin der Baumfrüchte nannten die alten Römer Pomona und der Name Pomum bedeutet ganz einfach Baumfrucht.

Der Apfel
Wissen Sie welches Obst ganz oben auf der Hitliste der Österreicher und Deutschen steht? Es ist der Apfel! Die Österreicher verzehren im Jahr etwa 29 Kilogramm pro Kopf und in Deutschland sieht es ähnlich aus. Es gibt weltweit 20.000 Apfelsorten und viele Menschen essen jeden Tag einen Apfel, denn der ist - wie schon das Sprichwort sagt - gesund: Ein Apfel am Tag und der Arzt wird gespart.

Um den Apfel ranken sich auch die meisten Mythen und Legenden. Bei Adam und Eva fing es an: der Apfel als Objekt der Verführung! In der griechischen Mythologie ist vom Zankapfel die Rede, der den Trojanischen Krieg ausgelöst hat. Oder von den goldenen Äpfeln der Hesperiden, die Herakles bei seinen Wundertaten halfen. Bei den Kelten wurde das Paradies der Seligen Avalon - das Apfelland - genannt. Und Isaak Newton soll durch den Fall eines Apfels die Schwerkraft entdeckt haben. Steve Jobs machte einen angebissenen Apfel sogar zum Symbol der aktuell weltweit wertvollsten Firmenmarke.

Zwergobst: eine gesunde Alternative
Frisch gepflücktes Obst vom Baum und die Naschbeeren vom Strauch schmecken am besten. Da sind sich Menschen jedes Alters einig. Für einen Obstgarten in luftiger Höhe brauchen Sie vor allem ein sonniges Platzerl. Denn nur auf einem sonnigen Standort kann Naschobst auch am Balkon oder auf der Terrasse im Topf gedeihen. Himbeeren, Johannisbeeren, Stachelbeeren und Heidelbeeren lassen sich gut im Topf pflanzen, alle Erdbeeren sowieso. Brombeeren, Taybeeren und Kiwis klettern an Wänden und Klettergerüsten hinauf. Für den kleinen Naschgarten am Balkon oder auf der Terrasse eignet sich das Zwergobst hervorragend.

Ein Zwergobstbaum hat die Eigenschaften eines normalen Obstbaumes, der Zwergwuchs aber wurde ihm angezüchtet. Die Bäume werden nur ca. 1,20 Meter hoch, tragen aber Früchte wie die großen, nur eben nicht so viele, weil sie weniger Platz haben. Kinder und ältere Menschen erreichen die Früchte leicht, weil der Baum klein ist. Durch den genetisch bedingten Miniaturwuchs von Zwergobstbäumen ist kaum ein Schnitt erforderlich. Einen sonnigen Standort und humose, nahrhafte Erde braucht der Zwergobstbaum allerdings.

Bei der Topfpflanzung ist es wichtig darauf zu achten, dass der Topf groß genug ist. Pro Baum sollte er mindestens 60 Zentimeter Durchmesser haben und 60 Zentimeter hoch sein. Ist er noch größer, umso besser. Denn: Je tiefer und höher das Gefäß, desto besser der Wasser- und Nahrungsspeicher für den Baum. Bleibt bei einem großen Gefäß viel Erdrand frei, kann man zum Beispiel Erdbeeren, Preiselbeeren oder aber auch Sommerblumen unterpflanzen. Das sieht nicht nur sehr hübsch aus, es ist auch zweckmäßig.

Zwergobstbäume schneiden?
Bei Apfel- und Birnenbäumen in Kübeln sollten Sie im Spätsommer oder Frühherbst alle diesjährigen Seitentriebe bis auf drei bis vier Austriebsblätter zurückschneiden. Denn dort bilden sich dann später die fruchtenden Kurztriebe. Marillen, Kirschen, Nektarinen, Pfirsiche und Zwetschken, die in Kübeln gezogen werden, sollten bis auf einige Triebe, die den Baum in Form halten, nicht geschnitten werden. Ein abgestorbener Ast wird sofort bis zum gesunden Holz zurückgeschnitten.

Der Obstbaum im Topf verlangt ab März einen Langzeitdünger, damit die Nahrungszufuhr über den Sommer garantiert ist und viele Früchte reifen können.

Säulenobst: Ideal für die Abgrenzung
Beim so genannten Säulenobst handelt es sich um Obstsorten, die aufgrund ihrer Veranlagung und durch gezielte Auswahl sehr gerade und säulenförmig in die Höhe wachsen. Sie sind daher schlank und platzsparend. Wunderbar kann man sie in Töpfen und Trögen halten. Säulenobst ist ein Formobst, das sogar auf großen Plantagen angebaut wird und jetzt vermehrt auch als Hecke Verwendung findet. Eine schlanke Hecke voll mit Obstfrüchten - das ist mal was Neues!

Am Balkon ist Säulenobst auch ideal für die Abgrenzung zum Nachbarn. Diese fruchtige optische Trennung schaut sehr hübsch aus und bringt viel Ertrag. Wie beim Zwergobst gilt: Nährstoffreiches Substrat verwenden und auf sonnige Lage achten.

Der richtige Schnitt von Säulenobst
Der Haupttrieb wird in 80 Zentimeter Höhe eingekürzt. Das hat den Zweck, dass der Baum dann viele Seitenäste neu ausbildet. Jedes Jahr wird dann im Sommer rund 50 Zentimeter oberhalb des letzten Schnittes wieder angeschnitten, bis der Baum die gewünschte Höhe erreicht hat. Die Seitentriebe werden in Form gehalten, sodass der Baum schlank bleibt, lange, dünne Ruten werden weggezwickt. Ende Juli, Anfang August können Sie einen Dünger mit hohem Phosphat-Kaliumgehalt zugeben, denn der fördert die Verholzung der Triebe für den Selbstschutz der Pflanze vor dem Frost. Zwei Monate vor der Kälteperiode sollte allerdings nicht mehr gedüngt werden.

Aronia - die schwarze Apfelbeere
Neben Himbeeren, Erdbeeren und Heidelbeeren gibt es noch Spezialobst, das sich durch besondere Eigenschaften auszeichnet. Der Aroniasaft ist derzeit in aller Munde, da die Pflanzen in Plantagen - vermehrt in der Steiermark - industriell für die Safterzeugung angebaut werden.

Aronia ist eine der gesündesten Beeren, die Pflanzen selbst haben wenig Ansprüche und sind sehr pflegeleicht. Der Aroniastrauch verträgt dank seines starken Wurzelgeflechts relativ viel Trockenheit und ist nicht anfällig für Schädlinge. Auch bei wenig Regen bleibt die Aronia im Sommer frisch und grün.

Im Garten wird sie ca. 1,60 Meter hoch, im Topf bleibt sie etwas kleiner. Aronia ist absolut winterhart. Bei sonnigem Standort trägt sie reich. Ab August reifen die kleinen, dunkelvioletten Aroniabeeren an Schirmdolden aus und hängen schwer an den Zweigen. Weil ihre Früchte wie kleine dunkle Apferl ausschauen, wird sie auch Apfelbeere genannt.

Aronia braucht keinen Schnitt, nur im ersten und zweiten Jahr sollte man im zeitigen Frühling einen Rückschnitt machen, weil sie sich dann besser verzweigt. Man kann die Früchte sehr gut frisch essen, sie schmecken fein-herb mit ein bisschen Säure. Auch Aronia-Marmelade und -Kompott schmecken ausgezeichnet. Und: Man kann die Aroniabeeren ganz einfach trocknen, wie Rosinen. Das schmeckt im Müsli und auch in Cremen von Torten oder zum Eis. Sogar in das Hunde- oder Pferdefutter kann man die getrockneten Beeren mischen.

Die Indianerstämme in Nordamerika haben aus den Früchten und Blättern einen Heiltee hergestellt. Die Früchte enthalten viele Gerbstoffe, Fruchtsäure und den Ballaststoff Pektin, der dem Magen und Darm gut tut. In der Aroniafrucht ist Sorbit enthalten, ein für Diabetiker geeigneter Zucker. Besonders hoch ist der Gehalt an Vitaminen und Mineralien.

Kornellkirsche - Fruchtbaum voller Vitamine
Der Dirndlstrauch, Cornus mas, wird auch Kornellkirsche genannt und gehört zu den alten Wildobstsorten, die heute wieder eine Renaissance erleben. Das hat seinen Grund, denn die Pflanze hat optisch einiges zu bieten: frühe Blüte, schöne Früchte und im Herbst eine leuchtend rote Blattfärbung. Das Dirndl ist einer der ersten Sträucher, die Ende Februar, Anfang März schon blühen - mit gelben kleinen Blüten, auf die Insekten und Bienen fliegen.

Kornellkirsche
Derrschen. Sie galten als fiebersenkend. Ein wässriger Auszug aus Rinde, Holz und Blättern soll die Gicht lindern.

Doch die beste Nachricht ist: Diese Pflanze pflegt zwar die Gesundheit, braucht aber selber nahezu keine Pflege. Das Holz der frei wachsenden Dirndlsträucher zählt zu den härtesten Holzarten in Europa. Es ist so schwer, dass es sogar im Wasser untergeht. Kornellkirschen im Topf werden maximal zwei bis drei Meter hoch. Sie wachsen von Natur aus mehrstämmig, man kann sie aber durch gezielten Schnitt auf nur einem Stamm wie einen kleinkronigen Baum erziehen.

Die Kornellkische ist ein idealer Fruchtbaum für sonnige bis halbschattige Standorte und besonders für größere Dachterrassen geeignet. Für sehr reichen Ertrag sollte man zwei Pflanzen setzen, um die Bestäubung der Blüten zu verbessern. Besondere Pflege benötigt die Kornellkirsche nicht, sie kommt mit einem Minimum an Nährstoffen aus. Auch sonst ist die Kornellkirsche hart im nehmen: Hitze und Trockenheit machen ihr eben so wenig aus wie heftiger Wind. Ein starker Rückschnitt ist ebenfalls problemlos möglich.

Dirndlfrüchte
Dirndlfrüchte schmecken zu Wildgerichten und als Kompott. Je nach Klima und Standort sind die Kornellkirschen zwischen Ende August und Anfang Oktober erntereif. Man muss die zwei Zentimeter langen, ovalen Steinfrüchte gut ausreifen lassen, denn sie erreichen erst im vollreifen Zustand den höchsten Zuckergehalt. Der liegt bei der Wildart allerdings nur bei rund 15 Prozent, so dass die Fruchtsäure immer noch den Geschmack dominiert. Sobald die Früchte tief-rot und leicht glasig sind und der Fruchtsaft schon bei leichtem Druck austritt, ist das optimale Reifestadium erreicht. Dirndln sind ein säuerliches Wildobst.

Angelika Starkl, wohnkrone.at

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