Mi, 17. Jänner 2018

Bei Einsatz in Mali

27.07.2017 09:04

Kampfhubschrauber-Absturz: Deutsche Soldaten tot

Bei dem Absturz eines Kampfhubschraubers des Typs "Tiger" im Norden Malis sind zwei deutsche Bundeswehrsoldaten ums Leben gekommen. Es bestehe "die traurige Gewissheit", dass die beiden Besatzungsmitglieder gestorben seien, sagte die deutsche Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen am Mittwochabend in Berlin. Die Soldaten waren für die UN-Mission Minusma im Einsatz gewesen. Laut Medienberichten dürfte ein technischer Defekt die Absturzursache gewesen sein.

"Der Tod dieser Männer im Dienste unseres Landes trifft uns alle tief und er macht uns unendlich traurig", sagte von der Leyen. "Ihr Auftrag war ein Beitrag zu unserer Sicherheit." Sie sprach den Hinterbliebenen und Kameraden auch im Namen der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel ihr "tiefes Mitgefühl" aus.

Kein Notruf von der Besatzung
Der Hubschrauber war nach Angaben der Bundeswehr am Nachmittag aus bisher ungeklärter Ursache etwa 70 Kilometer nördlich von Gao verunglückt. Die Besatzung habe keinen Notruf abgegeben, sagte Vizegeneralinspekteur Joachim Rühle. Experten der Bundeswehr sollen nun nach Gao reisen, um die Unfallursache zu ermitteln. Im Mittelpunkt stehe die Suche nach dem Flugunfallschreiber, sagte Rühle. Der Routineflugbetrieb mit den "Tiger"-Kampfhubschraubern werde bis auf Weiteres ausgesetzt. Es würden vorerst nur solche Flüge absolviert, wenn "Leib und Leben einen Einsatz unbedingt erfordern".

Die Bundeswehr unterstützt in Gao die UN-Mission Minusma, die als einer der gefährlichsten UN-Einsätze weltweit gilt. Ziel ist die Stabilisierung des krisengeschüttelten Landes. Außerdem unterstützt die Bundeswehr eine EU-Ausbildungsmission in Mali. Aus UN-Kreisen in Gao hieß es, es gebe keinen Hinweis, dass auf den Hubschrauber geschossen worden sei. Vermutlich handle es sich um einen Unfall.

Internationale Mission nach französischer Intervention
Im westafrikanischen Mali sind zahlreiche ausländische Soldaten stationiert. Die ehemalige Kolonialmacht Frankreich hatte im Jänner 2013 militärisch eingegriffen, um das Vorrücken von Islamisten und Tuareg-Rebellen vom Norden in den Süden Malis zu stoppen und die geschwächten Regierungstruppen zu unterstützen.

Erst im Jänner hatte der Deutsche Bundestag der Ausweitung des Einsatzmandats für die UN-Mission in Mali auf bis zu 1000 deutsche Soldaten zugestimmt. Die Bundeswehr hat vier "Tiger"-Kampfhubschrauber und vier Transporthubschrauber vom Typ NH-90 im Rahmen dieser Mission nach Mali verlegt.

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