Di, 24. April 2018

Am Sinai gestoppt

26.07.2017 06:13

Hier werden Terroristen von einem Panzer geplättet

Ein ägyptischer Soldat hat am Montag sein Leben riskiert und damit wohl ein Blutbad mit Dutzenden Toten verhindert: Er überrollte mit dem Panzer kurzerhand ein Fahrzeug mit vier Terroristen an Bord. Kurz darauf flog der geplättete SUV in einem riesigen Feuerball in die Luft, wie ein Video zeigt. Sieben Zivilisten, darunter zwei Kinder, kamen bei der Explosion ums Leben. Die Behörden sind aber überzeugt: Weitaus mehr Menschen wären gestorben, wenn die Attentäter wie geplant erst mit Schusswaffen und später mit der explosiven Ladung ihres Autos ungehindert zugeschlagen hätten ...

Die vom ägyptischen Militär veröffentlichen Videoaufnahmen des Vorfalls, der sich am Montag bei einem Militärposten im Norden der Sinai-Halbinsel ereignete, hielten die dramatische Aktion des Soldaten fest: Als sich von der Ferne auf der Zufahrtsstraße in der Nähe der Stadt Arish ein SUV dem Checkpoint nähert, blockiert der Panzer die Straße und vereitelt so zunächst eine Durchfahrt des Wagens.

Im Bild zu sehen sind auch zahlreiche in einer Fahrzeugkolonne wartende Zivilisten, die plötzlich in Panik teils in ihren Autos, teils zu Fuß das Weite suchen. Noch bevor die vier bewaffneten Angreifer dann aus dem Auto aussteigen können, um ein Blutbad anzurichten, fährt der Panzer über den SUV drüber.

Nachdem das tonnenschwere Kriegsgerät das Auto der Attentäter plattgemacht hat, wendet der Soldat, überrollt das Fahrzeug teilweise ein zweites Mal und zieht sich dann zurück.

SUV hatte rund 100 Kilogramm Sprengstoff geladen
Wie die Videoaufnahmen beweisen, erfolgte der Rückzug keine Sekunde zu früh. Denn nur wenige Augenblicke später detoniert der massive Sprengsatz der Islamisten, rund 100 Kilogramm Sprengstoff sollen in dem SUV deponiert gewesen sein. Ein gewaltiger Feuerball steigt über der Zufahrtsstraße empor und verhüllt den Checkpoint mit Staub und Dreck.

Sieben Menschen, darunter zwei Kinder, kamen bei der heftigen Explosion ums Leben. Sie hatten schlichtweg zur falschen Zeit an dem Militärposten auf ihre Weiterfahrt gewartet. In dem Video sind etwa Menschen in einem Auto in unmittelbarer Nähe zu dem geplätteten SUV zu sehen, die nicht mehr rechtzeitig die Flucht antreten, bevor es zu der Detonation kommt.

Panzerfahrer rettete zahlreichen Menschen das Leben
Dennoch: Laut ägyptischem Militär konnte dank des schnellen Eingreifens des Panzerfahrers Schlimmeres verhindert werden. Man gehe von mindestens 50 Toten - Soldaten und Zivilisten - aus, hätte der Panzer die Fahrt der Terroristen nicht gestoppt.

Auf dem Sinai kämpft ein ägyptischer Zweig des Islamischen Staats seit Jahren gegen die ägyptischen Sicherheitskräfte. Dabei wurden bereits Hunderte Mitglieder der Sicherheitskräfte getötet. Der IS bekannte sich auch dazu, einen russischen Airbus 321 gesprengt zu haben, bei dessen Absturz nach dem Start in Sharm el Sheikh auf dem Sinai am 31. Oktober 2015 alle 224 Insassen ums Leben gekommen waren.

 krone.at
krone.at

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen

Für den Newsletter anmelden