Di, 21. November 2017

Interview

24.07.2017 12:20

„Österreicher sollen zuerst am Zug sein“

Trainer Greg Poss erklärt, warum die Eis-Bullen nicht sofort wieder auf Legionärssuche gehen und heuer "Eishockey-Verrückte" gefragt sind.

Greg, am Samstag sind die letzten Übersee-Legionäre nach Salzburg gekommen. Der offizielle Trainingsstart ist in einer Woche, aber es läuft trotzdem schon jetzt an?

Ja, es ist quasi offiziell inoffiziell.

Viele der österreichischen Spieler gehen seit längerem zweimal die Woche aufs Eis?

Es ist wichtig, dass man den Kontakt mit dem Eis hat. Klar wird im Sommer das Hauptaugenmerk auf Kraft und Ausdauer gelegt, aber wenn wir auch technisch auf dem Eis trainieren können, nutzen wir das. Man kann da am individuellen Feinschliff jedes Einzelnen besser arbeiten.

Wie viele Spieler hast du bei der Suche nach neuen Legionären seit Saisonende durch den Scanner gejagt?

Bestimmt über 200. Das ist nicht nur Statistik, sondern auch checken, wie würde einer in die Mannschaft, insgesamt ins Red-Bull-System hineinpassen.

Du hast in Übersee auch viele Spiele gesehen?

Ja, insgesamt 22 AHL-Partien in 33 Tagen . . .

. . . am Ende fiel aber die Wahl auf Cracks aus anderen Ligen. Mit Harris, Aleardi hast du zwei der vier neuen Legios schon trainiert. Für dich ein zentrales Kriterium?

Ich weiß, was die beiden können, sie haben gute Voraussetzungen. Und sie sind auf Probe da. Viele Faktoren können eine Rolle spielen. Wichtig ist auch, dass sie sich bei den Red Bulls dem Mehr an Anforderungen stellen wollen. Wenn man nicht bereit ist, nicht ein ,Eishockey-Verrückter‘ ist, dann sind wir der falsche Verein.

Zu Herburger kamen jetzt noch die Verletzungen von Hughes und Kainz. Wird der Klub noch mal auf dem Transfermarkt aktiv?

Im Moment nein. Wir wollen grundsätzlich die Mannschaft verjüngen, auch auf den Ausländerpositionen. Unsere jungen Spieler sollen die Verantwortung nehmen, nicht einen Legionär vor die Nase gesetzt bekommen. Wir haben so viele Ressourcen mit der Akademie. Es muss ein beständiger Weg sein, man braucht Geduld. Anderseits wissen wir, dass der EBEL-Titel Pflicht ist.

Was, wenn es doch nicht nach Wunsch läuft?

Dann können wir immer noch Ende September reagieren. Zuerst sollen aber die Österreicher, die wirklich alle hart trainieren, am Zug sein. Uns ist egal, was die anderen Klubs in Sachen Legionäre machen.

Die Red Bulls wollen aber auch sofort Erfolg in der Champions League haben?

Den haben wir ohnehin nur, wenn wir eine richtige Einheit sind. Ein Spieler alleine bewegt da nichts.

Hast du vor das Spielsystem zu ändern? Letzte Saison schien es die Individualität in den engen Partien teilweise schon zu hemmen.

Wir werden nur Kleinigkeiten verändern. Das System, das ich für kreative Spieler für ideal halte, wird aber bleiben. Wir wollen offensiv und aggressiv im Forechecking spielen, viel in Scheibenbesitz sein.

Bereitet dir das Powerplay nach der alten für die neue Saison schlaflose Nächte?

Wir möchten in allen Bereichen besser sein. Vielleicht haben wir zu viel daran gearbeitet. Wir wollen andere Wege finden und uns individuell verbessern.

Robert Groiß, Kronen Zeitung

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