Sa, 16. Dezember 2017

Krone KulTOUR

24.07.2017 11:38

Schmalix’ Bildwelten & Barsuglias Wüstentrip

Galerie Trapp: Besucher wird zum Teil der Kunstwelten

In den frühen 80ern zählte Hubert Schmalix zu den "Neuen Wilden". In den 90ern wird sein Malvorgang konstruktiv und konzentrierter, und in den beiden letzten Jahrzehnten tauchen in seinem Schaffen immer wieder Frauenakte auf. Jetzt sind seine Bildwelten menschenleer! Was sich allerdings in all seinen Schaffensperioden findet, ist die intensive Farbigkeit.

Seinen idyllische Landschaften, die er sich aus Gemälden der Romantik entlehnt oder selbst wahr genommen hat, verleiht er mittels Flächen und Linien und einer ungewöhnlichen Farbzusammenstellung - ein rosa Fluss, eine gelbe statt grüne Wiese oder ein grüner Himmel - ein poppig-abstraktes Image.

"Die Landschaft tritt völlig in den Hintergrund, es geht mir vielmehr um den Exzess der Farbigkeit. Ich platziere sie nicht naturgetreu, sondern völlig aus dem Zusammenhang gerissen. Was von dem Motiv übrig bleibt, sind Linien, Flächen und Farben, in denen jeder etwas Eigenes entdecken soll", verrät der gebürtige Grazer, der seit 1987 in Los Angeles lebt und jetzt die Festspielausstellung in der Galerie Trapp gestaltet.

Neben Schmalix’ Bildwelten wird man in der Griesgasse auch Teil von Alfredo Barsuglias szenischen Erzählungen. Der ebenfalls in Graz geborene Künstler vereint in seinen Installationen Zeichnungen, Malerei, Fundstücke aus der Natur, Videos und auch architektonische Elemente. Beim Arrangement der unterschiedlichen Elemente orientiert er sich nur zum Teil am Prinzip der "Mise en Szene", dem kalkulierten Aufbau eines Bildes. Denn letztendlich gibt es kein fertiges Erzählmuster, vielmehr ist der Rezipient aufgefordert, aus der Deutungsfülle seine eige szenische Erzählung zu schaffen.

In der Galerie findet man sich inmitten eines Raumes wieder, der ein Teil seines Zuhause sein könnte. Und spätestens wenn man durch die Glastür Sohn Gustav nach seinem Vater rufen hört und ihn an die Fensterscheibe klopfen sieht, ist man versucht die Türe zu öffnen. "Barsuglia zeigt uns ein Stück von seinem Leben und setzt ganz bewusst darauf, dass der Betrachter ein Teil davon wird. Er spielt mit den Grenzen zwischen Privatem und Öffentlichem", erklärt Gerald Trapp.

"Seine Installationen vereinnahmen einen so, dass man sich nahezu selbst wie der Vater des Kindes fühlt, was eine unglaubliche Emotionalität erzeugt", so Schmalix, der Barsuglias Lehrer war.

Der Künstler war bei der Vernissage leider nicht zugegen. Aber vermutlich arbeitet er schon an seinem nächsten Projekt. Zuletzt schickte er seine "Fans" sogar in die südkalifornische Wüste, um mittels Koordinaten seinen "Social Pool" aufzuspüren. Die Resonanz war groß, klar, so erwarteten dort doch den dauergestressten Großstadtbewohner innere Ruhe und völlige Entspannung.

Tina Laske, Kronen Zeitung

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