Sa, 21. April 2018

"Märtyrertum"

22.07.2017 11:19

Sohn von Taliban-Chef sprengte sich in die Luft

Ein Sohn von Taliban-Chef Haibatullah Akhundzada hat sich nach Angaben der Extremisten bei einem Selbstmordanschlag im Süden Afghanistans in die Luft gesprengt. Das schrieb ein ranghohes Mitglied der Aufständischen, Kari Ahmadi, am Samstag auf Twitter. "Mit seinem Märtyrertum und Opfer hat Khalid gezeigt, dass dies ein Kampf um den Glauben ist, nicht ein Kampf für Macht oder Geld", hieß es in dem Tweet.

Taliban-Sprecher Sabiullah Mujahid sagte der Deutschen-Presse-Agentur, der junge Mann habe am Donnerstag im Gereshk-Bezirk in der Provinz Helmand ein mit Sprengstoff beladenes Fahrzeug in eine "große Basis der Sicherheitskräfte" hineingefahren. Zur Zahl der Opfer wollte Mujahid nicht Stellung nehmen.

Sohn wartete auf Einsatz als Selbstmordattentäter
Der Taliban-Experte des Rechercheinstituts Afghanistan Analysts Network (AAN), Borhan Osman, twitterte, das Opfer des Sohnes werde das Ansehen des Taliban-Chefs stark erhöhen - nicht nur unter Taliban, sondern auch unter anderen Dschihadisten. AAN hatte in einem Porträt des neuen Anführers 2016 berichtet, dass der Sohn schon vor Akhundzadas Amtsantritt in einem Trainingslager für zukünftige Selbstmordattentäter gelebt und dort auf seinen Einsatz gewartet hatte.

Der öffentlichkeitswirksame Selbstmord des Sohns des Taliban-Chefs in Helmand wird vermutlich die Kämpfe dort weiter intensivieren. Die vollständige Eroberung der Provinz ist ein Hauptziel der Taliban. Sie kontrollieren bereits rund 80 Prozent der Provinz, die auch das Zentrum der milliardenschweren globalen Opiumindustrie ist.

US-Luftangriff tötete irrtümlich 16 afghanische Polizisten
In Gereshk hatte ein US-Luftangriff am Freitagnachmittag irrtümlich mindestens 16 afghanische Sicherheitskräfte getötet. Zum Zeitpunkt des Luftangriffs hatten sie die Taliban demnach bereits vertrieben und die Kontrolle über die Ortschaft übernommen. Die NATO bestätigte die Angaben zu dem US-Luftangriff und sprach von einem "bedauerlichen Vorfall". Die Polizisten seien während eines Unterstützungseinsatzes für die afghanischen Sicherheitskräfte bombardiert worden, hieß es in einer Erklärung. Eine Untersuchung solle die Gründe für den Zwischenfall klären.

 krone.at
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