Sa, 18. November 2017

Doch kein Schleimaal

19.07.2017 16:27

Forscher lösen Rätsel um mysteriöses Fossil

Die Verwandtschaftsverhältnisse eines mysteriösen, rund 390 Millionen Jahre alten Fossils waren lange unklar. Ein internationales Forscherteam, darunter die Wiener Paläontologin Cathrin Pfaff, berichtet nun im Fachjournal "Royal Society of Open Science", dass Palaeospondylus gunni ein kiefertragendes Wirbeltier ist und nicht, wie zuletzt angenommen, die Larve eines kieferlosen Fisches.

Die ersten Vertreter von Palaeospondylus wurden Ende des 19. Jahrhunderts in einem schottischen Steinbruch gefunden. Sie haben ein Alter von rund 390 Millionen Jahren und stammen somit aus dem Mittleren Devon. Keines der gefundenen Tiere besitzt Zähne oder einen Kiefer, weshalb bisher auch nicht geklärt war, ob es sich um ein Larvenstadium oder um ein erwachsenes Tier handelt.

Langwierige Klassifizierung
Vier Jahre lang arbeiteten Wissenschaftler aus Großbritannien, Schweden, Australien und Österreich daran, das Fossil zu klassifizieren. Die Ohrregion des Tieres lieferte den entscheidenden Hinweis, erklärte Pfaff vom Institut für Paläontologie der Universität Wien in einer Aussendung.

Bei kieferlosen Wirbeltieren wie den Schleimaalen, zu denen Palaeospondylus gunni zuletzt gezählt wurde, gibt es nur einen Bogengang. Dass sich im Innenohr des Palaeospondylus jedoch drei Bogengänge befinden, haben die Wissenschafter mittels modernster Scan- und Bildanalyseverfahren festgestellt. Dadurch könne das nur wenige Millimeter große Fossil den kiefertragenden Arten zugerechnet werden, so die Expertin.

Tier zählt vermutlich zu Knorpelfischen
Aufgrund weiterer Merkmale des Schädels gehen die Wissenschaftler heute davon aus, dass es sich bei Palaeospondylus um einen Stammgruppenvertreter der Knorpelfische handelt, zu denen auch Haie und Rochen zählen, wie sie im Fachjournal "Royal Society of Open Science" berichten.

 krone.at
Redaktion
krone.at
Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden