Fr, 15. Dezember 2017

Ernährung

21.07.2017 11:32

Die Süßstoff-Falle

Übergewicht, Diabetes und Herzerkrankungen - das Risiko für diese Leiden ist auch bei der Verwendung von Süßstoffen erhöht, wie eine aktuelle kanadische Studie zeigt. Dabei wurden 400.000 Personen etwa zehn Jahre lang beobachtet.

In Österreich arbeitet man unter der Leitung des vorsorgemedizinischen Instituts SIPCAN intensiv daran, die hohe Süße und den Einsatz von künstlichen Süßstoffen in Produkten zu reduzieren. Der Fokus liegt derzeit auf Milchprodukten und Getränken: "Jeder Verbraucher sollte die Chance haben sich an weniger Süßes gewöhnen zu können. Ersatzstoffe haben die Aufgabe Zucker einzusparen, sind aber kein Freibrief. Damit lassen sich zwar Kalorien einsparen, aber es findet wie bei Zucker eine Gewöhnung an eine bestimmte Intensität statt. Wir setzen daher auf eine schrittweise Reduktion des Zuckergehaltes, ohne diesen durch künstliche Produkte zu ersetzen.", erklärt der Univ.-Prof. Prim. Dr. Friedrich Hoppichler von SIPCAN

Experten recherchieren jedes Jahr über 2000 Getränke und Milchprodukte und machen deren Zucker- und Süßstoffgehalt in Form von Checklisten transparent. Weiters wurden in Abstimmung mit dem Gesundheitsministerium und weiteren Institutionen alltagstaugliche Orientierungskriterien erarbeitet, die sich unter anderem nach den aktuellen WHO-Empfehlungen richten: "Demnach soll der Zuckergehalt pro 100 ml Getränk bei maximal 7,4 g liegen. Für Milchprodukte gilt eine Obergrenze von max. 12,0 g Zucker pro 100 ml. Zusätzlich dürfen keine Süßstoffe enthalten sein", erklärt Projektleiter und Ernährungswissenschafter Dr. Manuel Schätzer. "Neu eingeführte Produkte sollten diesen vorgegebenen Kriterien in jedem Fall entsprechen."

Karin Rohrer, Kronenzeitung

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