Mo, 20. November 2017

Schweigen gebrochen

17.07.2017 22:20

Ex-Sportchef Schinkels rechnet mit St. Pölten ab

Knapp zwei Monate liegt es zurück, dass Frenkie Schinkels seinen Platz als Sportdirektor des Bundesligisten St. Pölten räumen musste. Der Stachel saß tief und tut dies immer noch. "Aber ich konnte die Sache schneller verarbeiten, da ich in Krems bald ein neues Aufgabengebiet fand." Frenkie weiß, dass "ich beim SKN über meine große Klappe gestolpert bin". Ruhiger wurde er aber nicht. Im Gespräch mit der "Krone" brach er nun sein Schweigen.

Der Zufall wollte es so, dass Schinkels und der Kremser SC letzten Freitag fast zur gleichen Zeit im Sportzentrum NÖ trainierten, zu der St. Pölten gegen Spratzern testete. "Da konnte ich die neue SKN-Mannschaft erstmals in der Vorbereitung sehen. Der Riski ist sicher eine vernünftige Verstärkung, der Rest sind noch immer meine Jungs..."

Ein Kader also, der zum Großteil unter seiner Regie gestaltet worden war. "Trotz viel zu geringem Budget." Das auch der Hauptgrund sei, warum er sich um den Verein Sorgen mache. "Weil die Kompetenz fehlt, um neue Geldquellen zu erschließen. Die Klub-Krawatte alleine ist zu wenig - die Herren, die sie tragen, erkennt man aber nur daran, nicht an ihrer Arbeit."

Ging an die Adresse von Präsident Gottfried Tröstl und den Vorstand. "Sie bringen keine Sponsoren. Jene, die ich holte, sind nun weg - und da rede ich von einer sechsstelligen Summe."

Chance namens Pröll
Seit der Trennung von Karl Daxbacher sei das Verhältnis zu Tröstl unterkühlt gewesen. "Weil ich mich da genauso durchsetzte wie im Winter. Er wollte Kurt Russ als Trainer, ich Jochen Fallmann - danach haben wir vier Monate nicht miteinander gesprochen." Dass seine Tage gezählt wären, wusste Schinkels schon vor dem eigenwilligen Auftritt bei der Pressekonferenz nach dem Erreichen des Klassenerhalts. "Weil mir Generalmanager Blumauer lange davor verriet, dass er beauftragt worden war, mit Markus Schupp zu verhandeln..."

Frenkie hatte dazu geschwiegen. Anders als jetzt. "Der Klub hat nur eine Entwicklungschance, wenn er Präsident und Vorstand auswechselt. Erwin Pröll wäre der ideale Mann - doch wer will ihn fragen...?"

Hannes Steiner, Kronen Zeitung

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