Mo, 23. Oktober 2017

Neue Betrugsmasche

17.07.2017 11:49

Von wegen Windows-Support: Bei Anruf Abzocke

Der Sicherheitsanbieter G Data warnt vor einer neuen Masche von Betrügern, die sich als zertifizierter Windows-Support ausgeben und Computeranwender dazu verleiten, eine Hotline anzurufen. Wie dreist die Betrüger dabei vorgehen, macht ein Telefonmitschnitt deutlich.

Die Furcht vor Schadsoftware ist bei vielen Anwendern groß. Betrüger versuchen, von der allgemeinen Verunsicherung zu profitieren und bieten angebliche Support-Hotlines an. Nutzern wird hierzu eine fingierte Meldung auf dem Computer angezeigt. Im Hintergrund ist der Fehlerbildschirm von Windows 10 zu sehen, im Vordergrund ein Fenster, das behauptet, dass ein Fehler aufgetreten wäre und der Computer gesperrt sei.

Um die Probleme zu beseitigen, sollen Anwender eine kostenlose Nummer anrufen. Kostenpflichtig sind dagegen die "Dienstleistungen", die im Anschluss angeboten werden, wie ein aufgezeichnetes Telefonat des G-Data-Sicherheitsexperten Tim Berghoff mit dem vermeintlichen Microsoft-Support - "Peter von Windows" - verdeutlicht.

"Menschen, die von solchen Betrügern angerufen werden (bzw. die sie anrufen), werden mit einer geballten Ladung von Angstmacherei, Drohungen und technisch klingenden Worthülsen 'mürbe gemacht'", erklärt Berghoff die Funktionsweise der Masche in einem Blogeintrag. Man zeige den Opfern normale Systemdaten und versuche, sie davon zu überzeugen, Opfer eines Angriffs oder eines "Hackers" geworden zu sein. Alles, was die Abzocker dafür tun müssten, sei das logische Denke ihres Opfers lange genug auzszuschalten, damit es die geforderte Zahlung leisten könne, so der Sicherheitsanbieter.

Misstrauisch bleiben
Der Experte rät Nutzern, misstrauisch zu bleiben und nichts auf Bezeichnungen wie "Windows-Experte" zu geben. Im Zweifelsfall sollte man sofort auflegen. Unter keinen Umständen sollten Fremde Fernzugriff auf den Computer erhalten. Sollte der Betrüger bereits per Fernwartung auf dem Computer eingeloggt sein, sollten Nutzer sofort das Netzwerkkabel ziehen und keinesfalls den PC neu starten - sehr wahrscheinlich werde das System ohne die Eingabe eines Passwortes, welches die Betrüger gesetzt haben, nicht mehr hochfahren, warnt der Experte. Nutzer sollten stattdessen alle wichtigen Daten sichern und das System neu aufsetzen.

Anwender sollten dem Gesprächspartner zudem keinerlei persönliche Daten mitteilen - weder Namen noch Telefonnummer, E-Mail-Adressen oder Kontodaten. Für vermeintliche Dienstleistungen sollte nicht bezahlt werden. Wer dies dennoch bereits getan hat, sollte umgehend seine Bank kontaktieren, die Kreditkarte sperren lassen und versuchen, die Transaktion rückgängig zu machen.

 krone.at
Redaktion
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