Di, 21. November 2017

Keine Diagnose

16.07.2017 08:12

Eltern verzweifelt: „Lukas nimmt einfach nicht zu“

Dem eigenen Kind geht es schlecht - und man kann nichts dagegen tun: Vanessa und Tim D. sind verzweifelt. Ihr eineinhalbjähriger Sohn Lukas ist krank - sehr krank. Doch woran der Kleine leidet, wissen nicht einmal Spezialisten. Und so müssen die verzweifelten Eltern zusehen, wie ihr Jüngster um jedes Gramm Körpergewicht kämpft. Mit einem Aufruf auf Facebook hofft die Familie aus Deutschland nun, Menschen zu finden, die bei der sprichwörtlichen "Suche nach der Nadel im Heuhaufen" den entscheidenden Hinweis geben können.

Lukas kam am 6. Dezember 2015 als gesundes Kind zur Welt. Nach seiner heute sieben Jahre alten Schwester Antonia und dem drei Jahre alten Bruder Felix sollte er die Familie D. komplett machen. Doch schon wenige Wochen nach der Geburt traten plötzlich Probleme auf: Lukas tat sich schwer beim Schlucken, er nahm immer weniger Muttermilch zu sich.

Ärzte diagnostizierten zunächst eine Speiseröhrenentzündung sowie eine Kuhmilchproteinintoleranz. Außerdem leide der Bub an Neurodermitis. Die Mediziner verschrieben neben Medikamenten auch eine Ernährungsumstellung. Doch nichts half. "Lukas nimmt einfach nicht zu", so Mutter Vanessa D. im Gespräch mit krone.at. Was folgte, waren kilometerlange Autofahrten in Spezialkliniken, zahlreiche Krankenhausaufenthalte und eine Nasensonde, über die das Kind ernährt wurde.

Am 7. Juli wurde Lukas nun in der Klinik in Münster ein Zugang direkt in den Magen gelegt, damit er die lästige Nasensonde endlich loswird. Doch die Operation verlief nicht ohne Komplikationen, es kam zu Entzündungen. "Er bekommt jetzt ein Breitbandantibiotikum. Die Entzündungswerte sind seither wieder hinuntergegangen. Seit vorgestern ist er wieder etwas 'wacher'", versuchte die Mutter des Kleinen am Samstag optimistisch zu bleiben.

"Vielleicht gibt es jemandem mit dem gleichen Schicksal"
Da die zahlreich konsultierten Ärzte bisher keine zutreffende Diagnose stellen konnten, setzt die verzweifelte Mutter ihre Hoffnungen nun auch auf die Facebook-Gemeinde. Vanessa D. eröffnete die Seite "Der Kampf um jedes Gramm", wo sie die Geschichte ihres kleinen Kämpfers erzählt und nach möglichen "Gleichgesinnten" sucht: "Wir wollen gucken, wer noch so 'Zeiten' hinter sich hat, wie denjenigen geholfen worden ist oder wie sie es gemeistert haben. Vielleicht gibt es jemanden mit dem gleichen Schicksal."

"Lukas weint, wenn er weiße Kittel sieht"
Mittlerweile sei laut Vanessa D. bereits die ganze Familie angeschlagen: "Lukas weint, wenn er weiße Kittel sieht. Die Geschwister merken auch, dass sich viel um den kleinen Bruder dreht und Mama und Papa nicht mehr so 'locker' sind." Vater Tim musste seinen Job aufgeben, um für die Familie da sein zu können. Mama Vanessa plagen seit geraumer Zeit psychische Probleme: "Die ständige Angst vor der Zukunft aufgrund der Ungewissheit lässt einen ziemlich motivations- und freudlos werden."

Die gesamte Familie baut nun weiter darauf, so rasch wie möglich eine zutreffende Diagnose zu erhalten, um Lukas endlich helfen zu können. Über krone.at hofft Vanessa D., vielleicht genau die Person zu erreichen, die weiß, wie man ihren Sohn retten kann: "Da sich auch schon einige aus Österreich gemeldet haben, danken wir allen, die unseren Beitrag geteilt haben, und freuen uns über jede Rückmeldung!"

Charlotte Sequard-Base
Redakteurin
Charlotte Sequard-Base
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