Di, 12. Dezember 2017

Social-Media-Zensur

14.07.2017 12:31

Keine Kerzen für Liu Xiaobo in Chinas Internet

Nicht nur von den chinesischen Staatsmedien wird der Tod des Friedensnobelpreisträgers Liu Xiaobo weitgehend ignoriert, auch in den Sozialen Netzwerken soll die Todesnachricht und vor allem die Trauer von Lius Landsleuten darüber keine Spuren hinterlassen.

Nicht nur Würdigungen des am Donnerstag verstorbenen Dissidenten in sozialen Online-Netzwerken wurden gelöscht, sogar einfache Bildsymbole wie eine Kerze wurden zensiert.

Die chinesische Suchmaschine Baidu zeigte am Freitag keine Suchergebnisse zu Lius Tod an, der Kurzmitteilungsdienst Weibo blockierte die Verwendung von Lius Namen und sogar die seiner Initialen LXB. Auch Andeutungen auf Lius Tod wie die Abkürzung "RIP" für "Rest in Peace" (Ruhe in Frieden) wurden in chinesischen Online-Netzwerken blockiert.

Sogar Kerzensymbole wurden gelöscht
Trauernde Nutzer verfielen daher darauf, ein Kerzen-Symbol zu posten. Dieses wurde bei Weibo aber ebenfalls gelöscht. Später wurde das Kerzen-Symbol bei der Verwendung von Computern gar nicht mehr als Emoticon angeboten. In der Smartphone-App von Weibo gab es das Kerzenbild noch, Versuche, es zu veröffentlichen, zogen aber die Warnung "Inhalt ist illegal" nach sich. Auch das chinesische Wort für Kerze wurde blockiert.

Der Schriftsteller und Aktivist Liu war 2009 wegen "Untergrabung der Staatsgewalt" zu elf Jahren Haft verurteilt worden. Im Jahr darauf wurde ihm der Friedensnobelpreis zuerkannt. Am Donnerstag starb er im Alter von 61 Jahren an den Folgen einer Leberkrebserkrankung, wegen der er vor einigen Wochen aus dem Gefängnis in ein Krankenhaus verlegt worden war. Sein Tod löste international Bestürzung aus.

 krone.at
Redaktion
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