Mo, 11. Dezember 2017

Neue Gondeln

13.07.2017 22:20

Untersberg bekommt neue „Lebensader“

Hausberg. Mythos. Kraftplatz. Der Untersberg ist die "Skyline" Grödigs und der Landeshauptstadt. Seine Lebensader ist seit 1961 die Bahn. 130.000 Passagiere befördert sie pro Jahr, jetzt bekommt sie ein "RundumLIFTing" inklusive zweier neuer Panorama-Gondeln. Bis 2019 soll alles fertig sein, ein Lokalaugenschein.

Sanft gleitet die Gondel aus der Talstation, absolviert die 1320 Meter Höhenunterschied spielend, taucht in den Nebel unterhalb des Geiereck ein.

Legendäre Bahn wird um fünf Millionen Euro modernisiert

Auf den ersten Blick sieht man nicht, dass die Untersbergbahn in die Jahre gekommen ist, aber sie hat ein Update dringend nötig. Die Genehmigungen würden ohnehin 2021 auslaufen. Der Plan für das "LIFTing" ist ziemlich straff: "Die Stützen wurden schon saniert, auch die Bergstation großteils, zusätzlich die elektrische Steuerung und die Sicherheitstechnik. Im November hoffen wir auf die Baubewilligung, dann geht es 2018 mit den neuen Gondeln und 2019 mit der Talstation weiter", erklärt Geschäftsführer Winfried Wagner. Doch nicht nur der Zeitplan ist eng, auch das Budget. Vier Millionen Euro hat das Unternehmen zusammen gespart, die restliche Million kommt großteils aus dem Budget der Stadt Salzburg, denn der gehören 96,4 Prozent - den Rest teilen sich Grödig und das Land Salzburg. Bürgermeister Heinz Schaden dazu: "In den 1990er-Jahren schrieb die Bahn ein dickes Minus. Wir hätten sie fast um einen symbolischen Schilling verkauft, haben aber durchgehalten."

Krise: Bahn beinahe um einen Schilling verkauft
Dass die Privatisierung flach gefallen ist, wird nicht bereut, denn "seit zehn Jahren wirtschaften wir positiv", rechnet Aufsichtsratschef Michael Wanner vor. Das wird hauptsächlich "Sparmeister" Winfried Wagner angerechnet, der selbst beim neuen Design und Marketingkonzept "geknausert" hat. "Eine eigene Werbeagentur konnten wir uns nicht leisten. Daher haben Marketing-Lehrlinge den gesamten neuen Auftritt kreiert, um 700 Euro und ein Essen." Dafür kosten die zwei neuen Bergewagen alleine zirka eine Million Euro, die Vorschriften der Seilbahnbehörde sind streng.

Beinahe "verscherbelt"

Richtig viel Freude mit der Modernisierung hat Grödigs Bürgermeister Richard Hemetsberger, denn er hat einen ganz besonderen Bezug: "Ich habe hier drei Jahre lang einen Ferialjob gehabt, habe gelernt, was es heißt, körperlich zu arbeiten. Das ist ein Knochenjob. Dann habe ich die Prüfung für die Gondelführung gemacht und im Winter manchmal ausgeholfen", erinnert sich der Ortschef und fügt hinzu: "Das Personal ist bewundernswert, viele machen den Job auch aus Liebe zum Berg."

Jungfernfahrt ist Ende 2018

Wie wichtig die Untersbergbahn ist, zeigen die Zahlen: Ihr Bau kostete 1961 34,5 Millionen Schilling, sie hat seither 7,7 Millionen Passagiere und 45.000 Tonnen Güter befördert. Alleine in diesem Jahr gab es schon 56.000 Berg- und Talfahrten. Der "Ausfall" der Jennerbahn am Königssee - die wird gerade erneuert - könnte heuer zu einem neuen Rekordergebnis führen.

Melanie Hutter, Kronen Zeitung

ZITAT
Geschäftsführer Winfried Wagner: "Der Dalai Lama hat mir bestätigt, dass es zwei heilige Berge auf der Welt gibt: Den Kailash und unseren Untersberg."

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