Fr, 24. November 2017

Bures zu Linz-Drama:

13.07.2017 11:12

„Österreich nicht immun gegen Terror-Tendenzen“

Der Nationalrat hat zu Beginn seiner Sitzung am Donnerstag mit einer Trauerminute der Opfer des Linzer Doppelmordes gedacht. Der mutmaßliche Täter hatte im Vorfeld Sympathiekundgebungen für die Terrormiliz Islamischer Staat von sich gegeben und die Tat mit seinem Hass auf Österreich und die FPÖ begründet. Daher wurde zuletzt von einem islamistisch motivierten Mord gesprochen. Nationalratspräsidentin Doris Bures (SPÖ) zeigte sich nun besorgt darüber, dass auch Österreich "nicht immun gegen Terror-Tendenzen" sei.

"Seit nunmehr über 15 Jahren sind wir - die westliche Welt - mit einer neuen, bisher unbekannten Dimension des islamistisch-fundamentalistischen Terrorismus konfrontiert", sagte Bures im Plenarsaal. Die Nachricht der "brutalen Ermordung" in Linz habe jetzt bewusst gemacht, dass auch Österreich "nicht immun gegen diese Tendenzen" sei.

"Müssen unsere Grundwerte verteidigen"
"Extremistische Angriffe sind auf das Schärfste zu verurteilen und wir haben als Demokratinnen und Demokraten alles daran zu setzen, unsere Grundwerte einer offenen Gesellschaft zu verteidigen", so die Nationalratspräsidentin. Sie hoffe, dass offene und demokratische Gesellschaften Gewalt und Terror bald überwinden.

Bures verwies darauf, dass die genauen Hintergründe der Bluttat noch nicht geklärt seien. Auch wenn es daher in der Verantwortung der Politik liege, keine voreiligen Schlüsse zu ziehen und die Verunsicherung der Bevölkerung nicht noch zu verstärken, könne man schon jetzt sagen, dass das Mitgefühl des Nationalrats der Familie und den Freunden der Ermordeten gelte.

Zum IS bekannt, Hass gegen FPÖ gehegt
Der mutmaßliche Täter von Linz, ein 54 Jahre alter Muslim aus Tunesien, hatte sich in der Vergangenheit zum IS-Terrorchef Abu Bakr al-Baghdadi bekannt und ihm die Treue geschworen. Er gab an, das Blutbad aus Hass auf Österreich und die FPÖ angerichtet zu haben. Laut Polizei habe der Mann viele schlechte Erfahrungen, die er in den vergangenen Jahren in Österreich gemacht hatte, auf die Partei projiziert und wollte an seinen Opfern ein Exempel statuieren.

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