So, 21. Jänner 2018

Überdosis

12.07.2017 16:46

Bereits siebenter Drogentod

Traurige Rekorde aus dem Drogenmilieu beschäftigen unser Bundesland: Ein 27-Jähriger wurde als bereits siebentes Todesopfer entdeckt. Der Krumpendorfer war im Ersatzprogramm gewesen. Doch allein in der Drogenambulanz werden 650 Patienten betreut - so viele wie noch nie! Die Einrichtungen stoßen längst an ihre Grenzen. Und laufend werden gefährlichere Drogen-Mixe angeboten.

Ein Freund entdeckte Dienstag den leblosen 27-Jährigen in dessen Wohnung in Krumpendorf. Welches Suchtgift dem Mann zum Verhängnis wurde, soll heute die Obduktion klären. Der Krumpendorfer ist bereits der siebente Drogentote des Jahres in Kärnten, der dritte binnen einer Woche.

"Vor Jahren gab es vier bis fünf Drogentote zu beklagen, im Vorjahr waren es zwölf", kennt Karl Schnitzer, der Leiter der Drogengruppe, die traurigen, steigenden Zahlen. Über Slowenien und Italien würden laufend Drogen geschmuggelt. Schnitzer: "Äußerst gefährlich sind die ständig neuen Substanzen aus dem Internet." Der Krumpendorfer war im Drogenersatzprogramm - wie Hunderte weitere Kärntner. Die Kapazitäten der Beratungszentren und Ambulanzen sind erschöpft. Christian Scheider von der Klagenfurter FP fordert daher erneut und vehement einen Drogengipfel.

Indessen wurde ein "kleiner Fisch" der Dealer-Szene betreten: Bei einem 58-Jährigen aus dem Bezirk St. Veit wurde bei einer Unfallaufnahme Cannabiskraut entdeckt, in der Wohnung hatte er 56 "Baggies" mit 210 Gramm Cannabisblüten vorbereitet.

Christina N. Kogler, Kärntner Krone

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