So, 22. April 2018

Verdächtige gefasst

12.07.2017 15:46

Raub in Berlin: 100-Kilo-Goldmünze wohl zerstört

Der spektakuläre Diebstahl einer 100 Kilogramm schweren Goldmünze aus dem Berliner Bode-Museum ist vermutlich aufgeklärt: Bei einer Razzia am Mittwoch hat die Polizei vier Heranwachsende festgenommen, dazu gibt es weitere neun Tatverdächtige, wie Polizei und Staatsanwaltschaft mitteilten. Alle Verdächtigen entstammen einem arabischen Familienclan. Von der kanadischen "Big Maple Leaf" gibt es dagegen keine Spur - sie dürfte wohl in Stücke zerteilt und verkauft worden sein.

Der beim Berliner Landeskriminalamt für den Fall zuständige Carsten Pfohl sagte: "Meine Hoffnung, dass wir die Münze auch nur in Teilen finden, ist leider relativ gering." Die überdimensionale Goldmünze gehörte zur Sammlung des Münzkabinetts und hat einen Nennwert von einer Million in kanadischen Dollar (rund 675.000 Euro). Der Materialwert des Goldes soll laut den Ermittlern bei 3,75 Millionen Euro liegen.

Die Polizei schlug bei ihrer Razzia zeitgleich in 14 Objekten zu, ein großer Teil davon befindet sich im Stadtteil Neukölln. Dort wurde auch in der Sonnenallee das Geschäft eines Juweliers durchsucht, dieser soll als Hehler am Weiterverkauf des Goldes beteiligt gewesen sein. Den Angaben zufolge entdeckten die Polizisten bei der Razzia vier scharfe Schusswaffen mit Munition, außerdem seien ein niedriger sechsstelliger Bargeldbetrag und fünf Autos beschlagnahmt worden.

Verdächtige gehören zu arabischem Familienclan
Die Diebe waren am 27. März in das Bode-Museum eingebrochen.Wie Staatsanwältin Martina Lamb sagte, zählen die Tatverdächtigen zu einem großen arabischen Familienclan. Dessen Mitglieder seien wegen einer Reihe von Straftaten, darunter schwerer Bandendiebstahl und Gewaltdelikte, polizeibekannt. Während die vier Festgenommenen mit einem Alter von 18 bis 20 Jahren juristisch noch als Heranwachsende gelten, seien die anderen Verdächtigen zum Teil deutlich älter.

Ein über ein Subunternehmen seit März im Bode-Museum arbeitender, mit den Tatverdächtigen persönlich bekannter Mann soll diesen den Hinweis auf die Goldmünze gegeben haben. Wie Lamb sagte, hatten die mutmaßlichen Diebe in den zehn Tagen vor dem Diebstahl bereits zwei Versuche unternommen, die Münze zu stehlen.

Bekamen die Diebe Hilfe von einem Wachmann?
Videomaterial zeige, dass sie am 17. und 21. März über den S-Bahnhof in das Bode-Museum eingestiegen seien. Am Tattag, dem 27. März, seien sie dann wiederum über die S-Bahntrasse eingestiegen. Dabei könnten sie von einem Wachmann Hilfe bekommen haben. Gegen diesen bestehe ein Tatverdacht, der aber noch erhärtet werden müsse. "Das Eindringen verlief in allen Fällen unproblematisch", sagte LKA-Ermittler Pfohl. Als Hilfsmittel nutzten die Diebe eine Leiter, eine Schubkarre und ein Seil.

Münze wohl zerstört
Wie Pfohl weiter sagte, kann die Münze, selbst wenn sie noch vollständig wäre, nicht mehr in ihrem ursprünglichen Zustand sein. Die Diebe hätten sie auf ihrer Flucht zweimal aus großer Höhe herunterfallen lassen, bevor sie sie in einem Auto abtransportiert hätten. Es sei wahrscheinlich, dass die Diebe die Münze "in sehr kleine Bruchstücke" zerlegt und dann verkauft hätten, sagte Pfohl.

Überwachungskamera-Bilder zeigten Verdächtige
Anfang Juli hatte die Polizei Aufnahmen von Überwachungskameras veröffentlicht, welche drei schwarz gekleidete Verdächtige mit verhüllten Gesichtern am S-Bahnhof Hackescher Markt in der Nähe des Museums zeigten. Die Polizei geht davon aus, dass es sich bei den Personen auf den Videos um die Festgenommenen handelt.

Da die Tatverdächtigen polizeibekannt seien und auch schon häufig Besuch von der Polizei gehabt hätten, seien sie nicht so dumm, Beweismittel in ihren Wohnungen zu horten, so die Staatsanwaltschaft. Aus den Durchsuchungen in den 14 Objekten hätten sich aber Anhaltspunkte für weitere Maßnahmen und Durchsuchungen ergeben - diese liefen am Mittwochnachmittag noch.

 krone.at
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