So, 21. Jänner 2018

Tragödie in USA

11.07.2017 18:18

Mädchen (14) fällt Smartphone in Badewanne - tot

Wer in der Badewanne sein Smartphone benutzen will, sollte lieber vorsichtig sein. Wie ernst diese Warnung zu verstehen ist, macht ein tragisches Unglück in den USA deutlich: Ein 14-jähriges Mädchen ist am vergangenen Sonntag ums Leben gekommen - weil sie ihr an der Steckdose angeschlossenes Mobiltelefon versehentlich ins Wasser fallen gelassen hatte. Die Familie der Schülerin will jetzt andere Menschen vor der Gefahr warnen.

Eigentlich wird angenommen, jeder von uns hat schon als Kind gelernt, dass elektrische Geräte in der Nähe der Badewanne nichts verloren haben. Doch die Realität sieht heute anders aus: Viele - aber nicht ausschließlich - junge Leute können ihr Smartphone kaum länger als ein paar Minuten aus der Hand legen. Wenn der Akku dann leer ist, muss man ihn eben aufladen - egal ob man gerade im Wohnzimmer auf der Couch sitzt oder ein Bad nimmt.

So kam es jetzt auch in Lovington im US-Bundesstaat New Mexico zu dem tödlichen Unfall, als die 14 Jahre alte Madison Coe aus Texas im Haus ihres Vaters, bei dem sie das Wochenende verbrachte, ein Bad nahm. Dem lokalen texanischen TV-Sender KCBD zufolge blieb unklar, ob Madison das Ladekabel gerade in die Steckdose steckte oder sie nach dem Smartphone griff, als es bereits angeschlossen war, als sie am Sonntagmorgen in der Badewanne einen tödlichen Stromschlag erlitt.

Großmutter: "An ihrer Hand war ein Brandfleck"
"An ihrer Hand war ein Brandfleck. An der Hand, mit der sie nach dem Telefon gegriffen hätte. Es war eindeutig, das genau das passiert sein muss", sagte ihre Großmutter Donna O'Guinn dem Sender sichtlich erschüttert. "Ich nenne sie meinen leuchtenden Stern. Sie war sehr intelligent. Eine gute Schülerin. Sie liebte das Leben. Sie war herzlich zu jedem und jeder liebte sie", so Madisons Großmutter unter Tränen.

Die Familie des Mädchens ist sich sicher: Solch ein schrecklicher Unfall kann jedem und jederzeit passieren. Mithilfe von Facebook wollen sie deshalb das Bewusstsein dafür stärken, das Handy im Badezimmer nicht zu benutzen - wenn es an die Steckdose angeschlossen ist und aufgeladen wird. "Wir müssen unseren Kindern klar machen, dass Wasser und Strom nicht zusammenpassen", so O'Guinn.

Zudem wurde eine Spendenkampagne zur Unterstützung der Familie für die Kostenübernahme der Beerdigung des Mädchens gestartet. Die Angehörigen der 14-Jährigen wollen online insgesamt 20000 US-Dollar für ihre Beisetzung und den "Madison Coe Memorial Fund" sammeln. Knapp  7000 Dollar waren in den ersten 24 Stunden bereits eingegangen.

Stromtod in Badewanne auch in Österreich
Auch in Österreich hatte in diesem Jahr ein ähnlicher Fall für Schlagzeilen gesorgt: Eine Studentin war Anfang des Jahres tot in der Badewanne aufgefunden worden - sie hatte offenbar beim Sitzbaden mit dem Smartphone gespielt. Das Ladekabel des Telefons hatte die 20-Jährige in eine Steckdose nahe der Wanne gesteckt. Das Gerät dürfte ihr dann aus der Hand gerutscht sein, Mutter und Stiefvater fanden die junge Frau regungslos in der Badewanne. Für sie kam jede Hilfe zu spät, sie hatte durch den Stromschlag einen Herzstillstand erlitten.

Mobiltelefone, die ins Wasser fallen, stellen Experten zufolge grundsätzlich keine Gefahr für den Menschen dar. Gefährlich wird es aber, wenn das Gerät an das Stromnetz angeschlossen ist. Wenn der FI-Schalter den Stromkreislauf nämlich nicht sofort unterbricht, können heftige Schläge mit bis zu 60 Volt auftreten. Eine weitere Variante ist, dass das Wasser über das Ladekabel bis in die Steckdose gelangt und der Strom dann von dort in die Badewanne geleitet wird.

Durch US-Steckdosen fließt eine elektrische Spannung von rund 120 Volt, während in den meisten anderen Ländern mehr als 220 Volt aus der Steckdose fließen. Vom Netzteil des Ladekabels wird der Strom aber im Normalfall auf eine elektrische Spannung von 5 Volt reduziert. Allerdings können fehlerhafte, beschädigte oder schlichtweg billig produzierte Ladevorrichtungen für den Menschen durchaus zur lebensbedrohlichen Gefahr werden.

 krone.at
Redaktion
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