Di, 23. Jänner 2018

In Mossul gerettet

11.07.2017 10:57

Verletzter Bub versteckte sich 20 Tage vor IS

Nach monatelangen erbitterten Kämpfen um Mossul hat der irakische Regierungschef Haidar al-Abadi die bisherige IS-Hochburg am Montagabend offiziell für befreit erklärt. Angaben des Norwegischen Flüchtlingsrates (NRC) zufolge harrten Zehntausende Zivilisten während der Schlacht in der Stadt aus - unter ihnen ein Bub, der sich trotz einer Verletzung 20 Tage lang im Keller eines völlig zerstörten Hauses vor den Schergen des Islamischen Staates versteckte.

Jetzt trauen sich die Zivilisten, die während der Kämpfe in der Stadt geblieben waren, weil ihnen eine Flucht - nicht zuletzt, weil die Terrormiliz Islamischer Staat gezielt Zivilisten als menschliche Schutzschilde verwendete - zu gefährlich erschien, aus ihren Verstecken im Zentrum der zerstörten Metropole.

Auf Videoaufnahmen, die vom kurdischen Fernsehsender "Rudaw" auf Twitter veröffentlicht wurden, ist auch ein ausgemergelten Bub mit einem dicken Verband um den Bauch zu sehen, der von einem Mann durch die Altstadt von Mossul geführt wird. Vom Reporter auf seine Verletzung angesprochen, sagt der Bub: "Es tut sehr weh. Ich kann mich kaum bewegen."

Ganze Stadtteile liegen in Trümmern
Bei den Gefechten um Mossul wurden laut Angaben der Vereinten Nationen mehr als 900.000 Menschen aus der Stadt vertrieben. Von 54 Stadtteilen seien 15 stark und 23 mäßig zerstört. Vor allem in Westen der Stadt liegen ganze Viertel in Trümmern.

Die irakische Armee war am Sonntag mit Luftunterstützung der US-geführten Anti-IS-Koalition in den letzten Rückzugsort des IS im Westen Mossuls eingefallen. Sie hisste die irakische Flagge am Ufer des Tigris und in der Altstadt.

Wilhelm Eder
Redakteur
Wilhelm Eder
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