Di, 21. November 2017

Züchtet Königinnen

08.07.2017 16:45

„Vom Imkern kommst du nicht mehr los“

Nahe eines idyllisch gelegenen Waldstücks hat Josef Ablinger aus Weißenbach am Attersee seine Bienenvölker. Mit viel Liebe hegt und pflegt er sie und züchtet Königinnen.

Eigentlich wollte ich nur Obstbäume aus Südtirol in meinem Garten haben", lächelt Josef "Sepp" Ablinger aus Weißenbach am Attersee verschmitzt. "Weil diese aber nicht wie erhofft Blüte und Obst trugen, holte ich mir Bienen nach Hause."
Das war jener Moment vor 20 Jahren, als Sepp mit anfangs einem Bienenvolk zum Imker wurde.

Höhen und Tiefen
Viele Höhen und Tiefen hatte der gelernte Maurer und ehemalige Forstfacharbeiter dabei bereits zu verkraften. "Einmal habe ich sogar neun Völker durch einen Sturm verloren, das ist für einen Hobbyimker in den Anfängen viel!" Doch die Liebe zu den Bienen war größer. Seit rund sieben Jahren betreibt er neben den normalen Völkern auch die Zucht der Bienen-Königinnen. In einem mühevollen, sehr komplexen, zeitlich exakt getakteten Verfahren lässt er die Bienenköniginnen heranwachsen. "Danach fahre ich mit den Apideakästchen - so nennt man die Königinnen-Zucht-Behälter - in die Belegstelle Tratten unweit meines Heimatortes. Belegstellen-Leiter Ferdinand Pfarrhofer und sein Team sind dabei übergenaue, sorgfältige und auch strenge Empfänger dieser Königinnen-Kästchen," weiß Ablinger.

Fliegend begattet
Denn in dem Gebiet der Belegstelle, wo nur Vaterstöcke existent sein dürfen, findet die Begattung der Königinnen statt. "Fliegend wird die Königin von vielen Drohnen begattet. Nach 14 Tagen hole ich meine Königinnen wieder ab." Damit gewährleisten die Imker Reinzucht-Königinnen, die ihre gutmütige Art oder ihre gute Honigleistung an ihr Volk weitergeben, in das sie eingesetzt werden. Imker, die nicht selbst Königinnen züchten, legen rund 40 € pro Bienen-Chefin hin. Warum Sepp Ablinger das Imkern so liebt? "Am Anfang war es die Faszination, dass ohne Bienen keine Bestäubung stattfindet. Heute weiß ich: Vom Imkern kommst du nicht mehr los." Schon zweimal hat Sepp heuer Honig geschleudert, vielleicht folgt ein drittes Mal. Denn heuer ist ein gutes Imker-Jahr, wie auch "Bienen-Präsident" Johann Gaisberger weiß.

"Gut ausgebildete Imker als Ziel"
Johann Gaisberger (63) aus Bad Goisern ist Präsident des Landesverbands für Bienenzucht in Oberösterreich und erklärt den Status Quo der Imker.

Krone: Die Imker scheinen heuer ein ertragreiches Jahr zu bekommen.
Johann Gaisberger: Zur Zeit ist die Lage sehr gut und viel besser als im Frühjahr erwartet. Anfangs ist ein Drittel der Völker verloren gegangen, aber die Imker konnten die Völker erfolgreich nachbilden.

Krone: Wie viele Imker gibt es aktuell in Oberösterreich?
Gaisberger: Rund 7800 Imker und Imkerinnen, wobei immer mehr Damen dazukommen. Das freut mich!

Krone: Und wie wollen Imker künftig Gefahren für Bienen bekämpfen?
Gaisberger: Es soll nur noch gut ausgebildete Imker geben, die gegen die Varroamilbe - den größten Feind der Biene - gut vorgehen.

Krone: Was wünschen Sie sich von der Politik?
Gaisberger: Dass man künftig bei einem Vergiftungsverdacht Untersuchungen bezahlt, um die wahren Todesgründe der Bienen zu erforschen.

Krone: Warum imkern Sie selbst so gerne?
Gaisberger: Es ist das Spannendste und Vielfältigste das es für mich gibt!

Sabine Kronberger, Kronen Zeitung

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