Fr, 24. November 2017

Wieder Massenandrang

07.07.2017 12:28

Neuer Rekordwert bei Medizin-Aufnahmetests

Auch heuer ist die Zahl der Teilnehmer am Aufnahmetest für das Medizinstudium weiter angestiegen. 609 Studenten mehr als 2016 nahmen am Freitag an dem neunstündigen Verfahren teil. Insgesamt traten 12.769 der 15.993 angemeldeten Bewerber an, gaben die Medizin-Unis in Wien, Graz und Innsbruck sowie die Uni Linz bekannt.

Wie schon in den Vorjahren erschienen rund 80 Prozent der angemeldeten Bewerber zum Aufnahmetest. "Das Interesse an Medizin ist ungebrochen und wir haben auch heuer wieder einen Rekord zu verzeichnen, was die Anmeldungen betrifft", sagte Anita Rieder, Vizerektorin für Lehre der Medizinischen Universität Wien (Med-Uni Wien).

Auf einen Studienplatz kommen acht Bewerber
Von den 8030 Bewerbern in Wien erschienen 6508 zum Aufnahmetest für einen der 740 verfügbaren Plätze. An der Medizinischen Universität Innsbruck hatten sich insgesamt 3672 Bewerber angemeldet, von ihnen erschienen 2811. An der Med-Uni Graz waren insgesamt 3359 Anmeldungen eingegangen, 2712 Personen nahmen dann teil. In Linz kamen 729 der angemeldeten 932 Bewerber. Insgesamt werden 1620 Plätze vergeben, auf einen Studienplatz kommen also rund acht Testteilnehmer.

Die Zahl der Testteilnehmer hat sich seit Einführung der Aufnahmeverfahren 2006 vervielfacht: Waren es 2006 erst 4370 Bewerber, hatte sich diese Zahl bis 2013 auf 8364 fast verdoppelt und bis 2016 auf 12.769 fast verdreifacht. Die Zahl der verfügbaren Plätze wuchs dagegen nur leicht von 1500 auf nun eben 1620. Wie immer gehen 75 Prozent der Studienplätze an allen Unis an Kandidaten mit österreichischem Maturazeugnis, 20 Prozent an Bewerber aus der EU und fünf Prozent an Studienwerber aus Drittstaaten.

An der Med-Uni Wien bewerben sich heuer unter anderem 20 Flüchtlinge, die im Rahmen des More-Projekts, einer Initiative der österreichischen Universitäten, von Buddies und Mentoren auf den Aufnahmetest vorbereitet wurden.

"Emotionen erkennen" als neuer Testteil
Die Aufnahmetests für Humanmedizin und für Zahnmedizin sind größtenteils ident, jedoch werden beim Zahnmedizin-Test auch Geschicklichkeit und manuelle Fertigkeiten durch Drahtbiegen abgeprüft. Heuer neu war der Bereich "Emotionen erkennen" im Testteil "Soziales Entscheiden". Hier müssen die Bewerber in zehn beschriebenen Situationen erkennen, welche Emotion mit größter Wahrscheinlichkeit in der betroffenen Person vorgehen könnte.

"Diese Aufgabe zeigt, wie hilflos mittlerweile versucht wird, die Zahl der Medizinstudierenden zu regulieren. Etwas so Subjektives wie Emotionen per Multiple-Choice-Test abzuprüfen, ist eine Farce", kritisierte die Vorsitzende der Österreichischen Hochschülerschaft, Johanna Zechmeister, den neuesten Teil des Aufnahmeverfahrens. Die ÖH spricht sich dafür aus, den Aufnahmetest abzuschaffen, und fordert stattdessen einen freien Hochschulzugang und eine Ausfinanzierung der Hochschulen.

 krone.at
Redaktion
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