Mo, 22. Jänner 2018

Prozess in Moskau

07.07.2017 09:42

Kreml-Hacker geht für zwei Jahre hinter Gitter

Wegen Cyber-Angriffen auf ranghohe russische Regierungsvertreter ist der Anführer einer russischen Hacker-Gruppe zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt worden. Ein Gericht in Moskau befand Wladimir Anikejew schuldig, sich unerlaubt Zugang zu Computerdaten verschafft zu haben. Der Prozess war von den Behörden als "geheim" eingestuft worden und lief hinter verschlossenen Türen.

Dem Urteil ging eine Vereinbarung mit der Staatsanwaltschaft voraus, in der der Angeklagte sich zur Zusammenarbeit mit den Behörden verpflichtete. Anikejew war der Kopf des Hacker-Kollektivs Schaltai Boltai - russisch für Humpty Dumpty. Die Gruppe soll hinter mehreren Hackerangriffen stehen und unter anderem das Twitter-Konto von Regierungschef Dmitri Medwedew geknackt haben.

Putin-Vertraute im Visier
Zu den Zielen von Anikejews Cyberangriffen sollen unter anderem der Putin-Vertraute und Moderator des Kreml-treuen Fernsehsenders Rossija 24, Dmitri Kiseljow, Präsidentenberater Andrej Belusow und Medwedews Sprecherin Natalia Timakowa gehört haben.

2014 bekannte sich die Gruppe zu einem Angriff auf Medwedews Twitter-Konto. Dabei war über den Onlinedienst die Botschaft verbreitet worden, Medwedew scheide aus der Regierung aus, um freier Fotograf zu werden. Wegen dieser und ähnlicher Aktionen galt das Hacker-Kollektiv zunächst als Kreml-kritisch. Später sagten mutmaßliche Mitglieder der Gruppe Medien, sie hätten die bei den Angriffen geklauten Daten höchstbietend weiterverkauft.

 krone.at
Redaktion
krone.at
Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden