Sa, 16. Dezember 2017

Nach langem Zaudern

06.07.2017 10:44

Griss geht mit "Wildcard" für die NEOS ins Rennen

Lange wurde überlegt und spekuliert, nun ist es offiziell: Irmgard Griss wird bei der Nationalratswahl gemeinsame Sache mit den NEOS machen. Die ehemalige Höchstrichterin soll eine "Wildcard" für die Liste erhalten - an welcher Stelle, müsse noch im Vorstand besprochen werden, so Parteichef Matthias Strolz am Donnerstagvormittag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Griss. Ziel für den 15. Oktober sei jedenfalls die Zweistelligkeit.

Strolz und Griss, die es im Vorjahr als unabhängige Bundespräsidentschaftskandidatin fast in die Stichwahl geschafft hätte, traten unter dem Motto "Allianz für Freiheit und Verantwortung" vor die Medienvertreter. Griss war zuletzt häufig als mögliche Kandidatin der NEOS gehandelt worden, zumal sich Strolz wiederholt bemühte, sie für die Partei zu gewinnen.

Mitgliederversammlung muss noch zustimmen
Griss soll nach APA-Informationen einen prominenten, "wählbaren" Platz auf der pinken Liste bekommen - welchen konkret, wird am Freitag in einem erweiterten Vorstand besprochen und dann der Mitgliederversammlung vorgeschlagen. Dort soll der Beschluss am Samstag über die Bühne gehen. Da es nicht nur um einen Listenplatz, sondern eine "Allianz" mit Griss geht, müssen laut Statuten zwei Drittel der Mitgliederversammlung zustimmen - das ist für "Kooperationen, Wahlbündnisse und Koalitionen" mit anderen politischen Parteien, Vereinen oder Gruppierungen auf Bundesebene in den Parteisatzungen so vorgesehen.



"Immer Luft nach oben": Zweistelligkeit als Ziel
"Wir wachsen", betonte Strolz bei der Pressekonferenz und erklärte, dass das Wahlziel die Zweistelligkeit sei. "Es ist immer Luft nach oben", meinte auch Griss, sie werde sich jedenfalls "voll einbringen". Die 70-Jährige beschwor Werte wie Respekt, Selbstbestimmung und Eigenverantwortung, Leistungsbereitschaft und Solidarität - bei diesen Grundsätzen "haben wir uns gefunden, da stimme ich mit den NEOS überein". Es gehe um Politik, "die nicht populistisch ist", die Probleme offen anspreche, aber gleichzeitig Lösungen vorschlage. Strolz sagte, man teile dieselben Werte und "dieselben Leidenschaften - thematisch". Es brauche eine Weiterentwicklung des Landes weg vom "Parteienstaat" hin zu einer "Republik der Bürger".

Die gemeinsame Kandidatur soll laut Strolz auch im Namen der Liste sichtbar werden. Wie die Kooperation tatsächlich heißen wird, sei noch offen, der Name könnte aber etwas ausführlicher ausfallen, denn sowohl die NEOS als auch Griss und dazu noch eine "Botschaft" sollen darin vorkommen.

Dreiteiliges Auswahlprozedere für Kandidatenliste
Das Auswahlprozedere bei den NEOS besteht aus drei Teilen: Die Vorwahlen per Bürger-Voting, die Abstimmung im Vorstand sowie das Votum in der Mitgliederversammlung tragen jeweils zu einem Drittel zur Kandidatenfindung bei. Die Vorwahlen sind bereits geschlagen und haben die erwarteten Sieger gebracht. Strolz entschied das Bürger-Voting, an dem jedermann gegen einen Kostenbeitrag teilnehmen konnte, in der Frage des Spitzenkandidaten klar für sich. Listenplatz zwei wiesen die rund 3500 Teilnehmer der Wiener Klubobfrau Beate Meinl-Reisinger zu. Von den bisherigen Mandataren verpasste nur Michael Bernhard, derzeit im Eurofighter-U-Ausschuss aktiv, die Top Ten.

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