Do, 26. April 2018

Angefahren

05.07.2017 10:57

Trauriges Ende: Schwanenpapa vom Ritzensee starb

Die Schwan-Attacken am Ritzensee in Saalfelden fanden jetzt ein plötzliches Ende: Der aggressive Vogel - offenbar das Vater-Tier - wurde angefahren und verendete. Selbst Vogelexperten rätseln, wie das alles passieren konnte. Sorgen mit Schwänen gibt es nicht nur am kleinen Moorsee. Das Jagdgesetz schützt die Tiere.

Die ganze Schwan-Familie soll Sonntagabend die Straße beim Minigolfplatz gequert haben. Ein Pkw-Lenker konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen. So heißt es aus Saalfelden. Der Autofahrer meldete den Wildunfall vorschriftsmäßig bei der Polizei. Der männliche Vogel und ein Schwan-Baby verendeten. "Man erkennt die Männchen an dem größeren Schnabelhöcker", klärt Christine Medicus, Ornithologin am Haus der Natur, auf. Die Männchen neigen auch eher zu aggressivem Verhalten, wenn sie ihre Jungen schützen wollen. Am Ritzensee bleibt jetzt das Muttertier mit den Jungen alleine.

Schwäne sind streng geschützt
Grundsätzlich gilt klar: Schwäne sind über das Jagdgesetz geschützt. Sie dürfen das ganze Jahre über nicht abgeschossen werden. Ausnahmen gibt es laut Manfred Pongruber von der BH Zell am See (Umwelt und Forst) nur, wenn Volksgesundheit oder Sicherheit grob bedroht sind. Die Gefahr einer unkontrollierten Vermehrung sieht er bei Schwänen nicht: "Es sind territoriale Tiere. Sie lassen keine anderen in ihr Revier." Auch die Jungtiere ziehen dann weiter. Grundregel: "Es sind Wildtiere. Man muss den Respektabstand einhalten."

Bitte Abstand halten!
Vorfälle mit Schwänen gab es auch schon auf Kärntner Seen, und auch am Zeller See hat sich Bürgermeister Peter Padourek schon an Naturschützer gewandt. An die 60 Schwäne sollen auf dem weitläufigen Wasser zu Hause sein. Padourek: "Es gibt sehr wohl auch Maßnahmen wie eine Umsiedlung auf andere Seen." Auch er warnt Spaziergänger vor zu viel Nähe: "Am Gardasee hab' ich schon gesehen, dass Schwäne aus den Händen der Touristen fressen. Das kann so nicht funktionieren." Für Hygiene-Mängel an Seen sind aber eher zu viele Enten verantwortlich.

Vogel-Familie wird vielleicht umgesiedelt
Wie ein besseres Miteinander von Schwimmern und Wildtieren in Zukunft gelingen kann? Da ist guter Rat teuer. "Die Leute füttern sie zu viel", macht auch der Saalfeldner Bürgermeister Erich Rohrmosser auf das Verbot am Ritzensee aufmerksam. Morgen, Donnerstag, entscheidet sich das Schicksal der restlichen Schwan-Familie. Überlegt wird eine Umsiedelung oder eine teilweise See-Sperre.

Sabine Salzmann, Kronen Zeitung

 krone.at
krone.at

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).