Di, 23. Jänner 2018

Boom-boom-Opel

04.07.2017 16:00

Opel Grandland macht uns ein X für ein SUV vor

Opel, jahrelang krisengebeutelt, steht voll auf dem Gas und schüttelt ein schnittiges Modell nach dem anderen aus dem sprichwörtlichen Ärmel. Und weil SUVs noch immer den größten Boom seit Erfindung der warmen Semmeln erleben, präsentieren die Rüsselsheimer mit dem Grandland X nun schon das dritte. Unklar ist nur, warum die jetzt alle ein X im Namen tragen müssen.

Schließlich markiert das "X" keine Variation der Standardausstattung, schon gar nicht Allradantrieb, wie es anderswo gerne gemacht wird (BMW xDrive zum Beispiel). Alle Opel Mokka heißen Mokka X, alle Crossland heißen Crossland X (hier wirkt es besonders unsinnig), alle Grandland heißen Grandland X. Und keiner außer dem Mokka wird mit Allradantrieb angeboten.

Sei's drum, nomen ist zwar omen, aber nicht das Wichtigste an einem Auto. Und schon der Opel Crossland X bewies uns kürzlich, dass die Allianz zwischen Opel und Peugeot brave Kinder zu produzieren imstande ist. Der Opel Grandland X ist nun also, wie der Name schon sagt, dessen großer Bruder und ebenfalls gemeinsam mit dem PSA-Konzern konstruiert worden (noch bevor die Komplettübernahme im Raum stand). Die Entsprechung bei den Franzosen ist der Peugeot 3008, von dem sich der Opel aber deutlich emanzipiert.

Viel Platz, klares Design
Wo der Peugeot französisch verspielt daherkommt, bringt der Opel klare, deutsche Qualitäten ein (warum heißt er eigentlich nicht "Deutschland X"?). Die optische Verwandschaft zu Astra, Crossland & Co. ist bei Weitem augenfälliger als die zu seinen westlichen Nestkollegen mit der melodiösen Sprache. Weiche Formen und scharfe Kanten fügen sich zu einem ansprechenden Ganzen zusammen - irgendwie muss ein Opel-SUV wohl genau so aussehen. Ohne das (übrigens frisch geliftete) Logo mit dem Blitz würde man die Marke trotzdem nicht erkennen.

Der Innenraum wirkt modern und aufgeräumt, die Materialien sind okay, Klavierlack-Plastik ist wohl so etwas wie der gemeinsame Nenner aller Automarken. Das muss man nicht mögen, sollte man aber, weil man dem anscheinend nicht nur bei Opel nur schwerlich entkommt.

Es ist viel Platz im Innenraum, vorne wie hinten. Gegen Aufpreis gibt es hervorragende Sitze mit dem Siegel der Aktion Gesunder Rücken, die besonders auf langen Fahrten für Verzückung sorgen. Ebenfalls optional sind Lenkradheizung, Sitzheizung vorne und hinten sowie Sitzbelüftung vorne.

Einziges Manko sind die Kopfstützen auf der Rückbank, die auch in maximal ausgezogenem Zustand so weit nach unten reichen, dass sie groß Gewachsenen Mitfahrern nicht nur den Kopf, sondern auch den oberen Rücken stützen. Kopf- und Beinfreiheit sind aber tadellos. Ebenso das Kofferraumvolumen, das 514 bis 1652 Liter beträgt.

Wenig Motorenauswahl
Zum Marktstart im Oktober (Bestellstart: 11. Juli 2017) bietet Opel nur zwei Motoren an, beide aus dem PSA-Konzern. Einstiegsaggregat ist der 1,2-Liter-Benziner mit 130 PS, 230 Nm bei 1750/min. und einem Normverbrauch von 5,5 l/100 km. Die vorerst einzige Alternative ist der 1,6-Liter-Diesel mit 120 PS, 300 Nm bei 1750/min. und 4,6 l/100 km. Beide sind wahlweise mit manuellem oder Automatik-Getriebe erhältlich, auf jeden Fall mit sechs Gängen.

Allradantrieb ist nicht vorgesehen. Damit man mit Frontantrieb weiter kommt als andere, kann man die elektronische Traktionskontrolle GripControl ordern, das je nach Untergrund mehr oder weniger Schlupf an den Vorderrädern zulässt.

Ausstattung von LED bis OnStar
Opel mausert sich zum Ausstattungskaiser, wenn auch zumeist gegen Aufpreis. Spurassistent, Verkehrsschildererkennung, Berg-Anfahr-Assistent oder auch das Radio mit Bluetooth-Freisprecheinrichtung ist Serie, ansonsten reicht das Angebot von adaptiven LED-Scheinwerfern und Fußkick-Heckklappe über ein riesiges Panoramadach bis zu Adaptivtempomat, Müdigkeitserkennung und zur automatischen Notbremse mit Fußgängererkennung. Damit man das 4,48 m lange Fahrzeuge kratzerfrei einparken kann, ist eine 360-Grad-Kamera oder auch ein autonomer Einparkassistent erhältlich. Ebenfalls zu haben: der persönliche Online- und Service-Assistent Opel OnStar inklusive WLAN-Hotspot und neuen Dienstleistungen wie Hotelreservierung und Parkplatzsuche (Betrieb ist nur im ersten Jahr bzw. in den ersten drei Monaten inkludiert).

Die Preisliste beginnt bei 22.190 Euro, für den Diesel werden mindestens 24.090 Euro fällig.

Stephan Schätzl
Redakteur
Stephan Schätzl
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