Fr, 17. November 2017

Thema Erziehung

05.07.2017 09:17

Patchwork: Die Zukunft der Familie?

Das traditionelle Familienbild wird auch künftig kein Auslaufmodell sein. Und im Vormarsch weiterhin: das Patchworkmodell.

Junge Menschen sind heute so hypervernetzt, dass die Entscheidung für den einen oder die andere gar nicht so einfach ist. Und die digitale Allgegenwart von Sex und Pornografie hinterlässt tiefe Spuren in der Zartheit, die Liebe braucht, um zu wachsen und zu bleiben", erklärt der deutsche Trendforscher Matthias Horx. Gleichzeitig ist die Liebe, die Sehnsucht nach Familie, vielleicht der größte und konstanteste Retro-Trend der Gegenwart, so Horx. Ein Trend, der alle Zukunftsbilder und Utopien auszustechen scheint. Liebe, Familie und Beziehung entziehen sich demnach dem futuristischen Muster, in dem "geradeaus vorwärts" zu streben scheint, meint der Zukunftsforscher.

Mehr Patchwork oder klassisches Modell?
Im Jahr 2030 wird jede dritte Familie mit Kind(ern) ein Alleinerzieher-Haushalt sein. Auch wenn die traditionelle Familienkonstellation aus verheirateten Eltern mit Nachwuchs seltener wird und die Zahl der Scheidungen wächst, hat die Familie - in welcher Form auch immer - als Ort der Geborgenheit kein Ablaufdatum. Das Modell der Zukunft werden Patchworkfamilien sein, auch wenn viele junge Menschen eigentlich die klassische Kernfamilie Vater, Mutter, Kind bevorzugen würden. Aber manchmal klappt es eben nicht.

Kommentar von Eltern-Kids-Coach Nina Petz
Mein Kind (6) ist zurzeit wegen jeder Kleinigkeit eingeschnappt und weint viel. Wegen kleinen Streitereien mit Freunden und wenn etwas nicht nach seinem Kopf geht.

Dahinter kann vieles stecken: eine herausfordernde Entwicklungsphase, eine Krise in der Schule oder im Kindergarten… Wie sieht's denn in Ihrer Familie derzeit aus? Stehen Veränderungen an oder gibt es gar Unstimmigkeiten? Blicken Sie dabei auch zurück - Kinder verarbeiten Erlebnisse oft viel später, als sie stattgefunden haben. Das ist ein Trick und Schutz unserer Psyche, denn vielleicht war das Erlebte "damals" zu überwältigend und löst sich erst jetzt. Ein positiver Umgang mit allen Gefühlen ist die Voraussetzung, um hier dran zu bleiben.

Es kann aber auch sein, dass Ihr Kind einfach einen weiteren Schritt in Sachen Frustrationstoleranz macht. Es verärgert, nicht immer seinen Kopf durchzusetzen - es ist aber auch für die Kleinen besonders wichtig, dies zu lernen. Wiegen Sie gründlich ab, wann Ihr Nachwuchs neben Verständnis auch Aufmunterung und Zutrauen braucht! Eigene Verzweiflung und Ratlosigkeit von Eltern über die aktuelle Lage übertragen sich leicht aufs das Kind und können auch als Bestätigung für dessen Unsicherheiten wirken.

Susanne Zita, Kronen Zeitung

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