So, 22. April 2018

Drama bei Abstieg

03.07.2017 15:46

Gewaltiger Felssturz tötete ein Ötztaler Ehepaar

Längenfeld im Ötztal steht unter Schock! Beim Abstieg vom Schneggerkogel begrub am Sonntag ein gewaltiger Felssturz ein einheimisches Ehepaar unter sich. Mit den Alpinisten starb auch ihr Hund. Der Felssturz war vom Tal aus beobachtet worden, doch niemand konnte das Unglück ahnen. Erst vor rund zwei Monaten war dort ein Einheimischer nach einem Wechtenbruch gestorben!

Karl Fender (57) und seine Frau Agnes (55) waren begeisterte und erfahrene Bergsteiger. Darum wundert es auch nicht, dass sie am Sonntag den Aufstieg zum rund 2700 Meter hohen Schneggerkogel wählten, wo an sich kein Steig hin führt. Doch Einheimische wählen gerne diesen aussichtsreichen Gipfel. Beim Abstieg, bei dem sie gegen 14.15 Uhr noch Bekannte trafen und mit ihnen sprachen, passierte das Unglück in einer Seehöhe von rund 1850 Meter: Gegen 16.30 Uhr brach im Gipfelbereich ein riesiger Felsblock ab und zersplitterte in einer steilen Rinne, in der sich das Ehepaar befand. Alpinpolizist Peter Gasteiger weiß: "Der Abbruch war gigantisch und wurde vom Tal aus beobachtet. Da dachte natürlich niemand daran, dass sich jemand in der Rinne befinden könnte. Das Ehepaar wurde mitgerissen, von der Steinlawine begraben und getötet. Auch ihr Hund, der sie begleitete, starb. Ich sah bei der Unfallaufnahme Einschlagskrater, wie sie so nur im Krieg vorgekommen sein können."

Als das Ehepaar am Abend nicht zu Hause war, wurde von Angehörigen Alarm ausgelöst. Bei der Suchaktion wurde zunächst der Mann gefunden, er lag rund 50 Höhenmeter unter seiner Frau. Das Ehepaar hinterlässt neben zwei Söhnen auch noch vier Enkelkinder. Der Schock in Längenfeld sitzt tief. Bürgermeister Richard Grüner im "Krone"-Gespräch: "Das Ehepaar war im Ort sehr beliebt und bekannt. Agnes war im Winter als Skilehrerin und im Sommer als Wanderführerin tätig, zudem recht aktiv im Ötztaler Fotoclub. Karl arbeitete bei den Ötztaler Bergbahnen, war engagierter Alpinist und Jäger."

Günther Krauthackl, Kronen Zeitung

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden