Sa, 16. Dezember 2017

Nach Zell

03.07.2017 07:56

Noch ein Top-Mediziner wechselt in Tauernklinik

Die Tauernklinik im Pinzgau bleibt, was Attraktivität für Ärzte betrifft, gespalten: Am Standort in Mittersill klaffen weiterhin große Lücken vor allem im Team der Internen, Zell am See ist aber auch für Top-Mediziner aus den Reihen der Landesklinik attraktiv. Dozent Dr. Stephan Hruby übernimmt die Urologie im Pinzgau.

Die gute Nachricht, die in schwierigen Zeiten für Spitäler am Land wie Balsam ist: Der Pinzgau darf sich über einen neuen Spitzenmediziner freuen. Privatdozent Dr. Stephan Hruby - er leitete bis Mai interimistisch die Klinik für Urologie an den SALK - geht in den Pinzgau und übernimmt mit heute, Montag, die Abteilung von Langzeit-Vorstand Dr. Peter Pleyer. Mit ihm wechselt ein exzellenter Mediziner und Prostataexperte von der Stadt aufs Land. Das Landesspital verzeichnet damit den zweiten schmerzlichen Abgang Richtung Zell am See: Privatdozent Dr. Martin Emesz verließ die Augenklinik im Vorjahr, er leitet jetzt das Team im Pinzgau. "Zwei großartige Ärzte", freut sich der Zeller Bürgermeister Peter Padourek über die Entwicklung. Beide sind damit Vorstände, die den SALK den Rücken kehrten: Eine Eingliederung der Tauernklinik in die Landesspitäler ist aber wahrscheinlich und könnte das wieder ändern.

Doch der zweite Standort in Mittersill wird immer mehr ausgedünnt: Acht Ärzte werden derzeit auf der Homepage der Tauernklinik gesucht, sie betreffen großteils angeschlagene Abteilungen wie die Interne. Einem neuen Facharzt werden eine "harmonische Zusammenarbeit" und bis zu drei Monate kostenlose Unterkunft geboten. Die SPÖ machte schon mehrmals auf die angespannte Situation aufmerksam. Als leitender Oberarzt in Mittersill wird im Internet immer noch Dr. Andreas Salzer geführt. Er wechselte aber bereits in die Rehabilitations-Anstalt nach Saalfelden. Sechs Stellen, davon drei Fachärzte, sind auf der Inneren immer noch unbesetzt. Das Kernteam in Mittersill kämpft. Entlastet wurde es beispielsweise bei Zusatzaufgaben wie dem Notarzt-Dienstrad.

Übersiedelung in die Schweiz
Der ärztliche Leiter Dr. Peter Pozgainer, der in einem langwierigen Prozess als Nachfolger von Dr. Rudolph Pointner bestellt wurde, geht selbst mit Juli. "Ich bin noch drei Tage im Dienst. Die Neuausschreibung wird gerade vorbereitet", so Dr. Pozgainer zur "Krone". Seine Übersiedelung in die Schweiz hat familiäre Hintergründe. Es sei keine Flucht vor der angespannten Personalsituation im Pinzgau, wie er schon mehrmals betonte. Ob sein Stellvertreter Orthopädie-Primar Dr. Heinrich Thöni erst einmal übernimmt, ist derzeit noch nicht definitiv entschieden. Die von Spitalsreferent Christian Stöckl angeordnete technische Prüfung am Standort in Mittersill ist noch nicht abgeschlossen. Der Bau der neuen OP-Säle hängt also weiterhin in der Warteschleife

Sabine Salzmann, Kronen Zeitung

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