So, 22. Oktober 2017

Sektdusche für Löw

03.07.2017 08:03

Confed-Cup-Sieg: Spieler stürmen Pressekonferenz

Nach dem Gewinn des Confed Cups haben die deutschen Fußball-Nationalspieler beim ausgelassenen Feiern im Stadion von St. Petersburg auch Joachim Löw nicht verschont. Angeführt von Emre Can und Joshua Kimmich stürmte ein Großteil der Mannschaft in die offizielle FIFA-Pressekonferenz nach dem 1:0 gegen Chile und bespritzte den Bundestrainer auf dem Podium mit Sekt und Bier. Oben im Video sehen Sie DFB-Manager Oliver Bierhoff im Interview.

"Die Nummer 1, die Nummer 1, die Nummer 1 der Welt sind wir", skandierten die frisch gebackenen Sieger des Confederations Cups, die noch ihre Spielkleidung trugen.

Löw, der zusammen mit dem zum "Man of the Match" gewählten Torwart Marc-Andre ter Stegen gerade die Fragen der internationalen Medien beantwortete, reagierte mit einem Lächeln. Die Spritzer auf seinem blauen Hemd und den Haaren nahm der 57-Jährige hin. "Natürlich bin ich megastolz auf diese Mannschaft", erklärte Löw danach.

Erster Sieg für Deutschland im Confed Cup
Deutschland hatte am Sonntagabend das Finale des WM-Vorbereitungsturniers gewonnen. Es ist der erste Sieg Deutschlands in dem seit den 1990er Jahren ausgetragenen Turniers. Am Confed Cup nahmen neben Gastgeber Russland und Weltmeister Deutschland noch die amtierenden Meister der sechs Kontinentalverbände teil. Südamerika-Meister Chile erreichte den zweiten Platz, Europameister Portugal setzte sich im Spiel um Platz 3 mit 2:1 nach Verlängerung gegen Russland durch.

"Das hat schon eine ganz hohe Bedeutung. Man hat nicht so oft die Möglichkeit, einen internationalen Titel zu gewinnen. Mit dieser jungen, zusammengewürfelten Mannschaft hat man gesehen, was in uns steckt, was wir für ein Potenzial haben", sagte der im russischen Sommer zum Anführer gereifte Kimmich.

Dem hart erkämpften 1:0 gegen die aggressiven Chilenen zum krönenden Abschluss des perfekt absolvierten WM-Testlaufs folgte eine kurze Jubelnacht in St. Petersburg. "Im Hotel stoßen wir an. Die Spieler haben frei! Joshua geht sicher vorneweg", beschrieb Teammanager Oliver Bierhoff das Programm der Nationalspieler bis zum morgendlichen Rückflug mit dem DFB-Sonderflieger nach Frankfurt.

Draxler als bester Turnierspieler ausgezeichnet
Für Löw ist die anfangs kritisierte Confed-Cup-Rechnung genau aufgegangen. "Die oberste Priorität hatte, Spieler weiterzuentwickeln. Alle Spieler, die jetzt dabei waren, haben eine bessere Position als vor dem Confed Cup", sagte Löw. Im Handgepäck nach Frankfurt befanden sich neben dem Siegerpokal auch der Goldene Ball für Julian Draxler als bester Turnierspieler und der Goldene Schuh für Timo Werner als bester Torschütze.

"Deutschland ist immer noch die beste Mannschaft der Welt im Moment nach dem Weltmeistertitel 2014 und diesem Cup. Dass es gerade diese Jungen geschafft haben, diesen Titel zu gewinnen, ist etwas Historisches und Einmaliges in der deutschen Geschichte", konstatierte der Bundestrainer.

"Deutschland gehört immer zu den Favoriten"
Löw hat aber schon erkannt, dass seine Aufgabe nach einer vom Titel gekrönten Saison ohne Niederlage nun ist, die Euphorie für die WM im kommenden Jahr in Grenzen zu halten: "Deutschland gehört doch immer zu den Favoriten, ganz egal, zu welchen Turnieren wir gehen. Der Confed-Cup-Sieg und die U21-EM sind ja keine Garantien, um Weltmeister zu werden. Bei einer WM muss alles passen, man muss fast Unmenschliches leisten. Wir wissen damit umzugehen, als Favorit oder Mitfavorit zu einem Turnier zu fahren", sagte der Bundestrainer.

Nach dem Sommerurlaub geht es in der WM-Qualifikation weiter, dann wahrscheinlich wieder mit einem Großteil des geschonten Stammpersonals. Mit zwei Siegen in Tschechien und gegen Norwegen kann Anfang September theoretisch sogar schon das WM-Ticket gebucht werden.

DFB-Präsident Reinhard Grindel stand kurz vor Mitternacht Ortszeit entspannt in der Interview-Zone und erinnerte an das große Ziel im Sommer 2018 - für das aber auch eine Schwarze Serie beendet werden muss. Noch nie konnte ein amtierender Confed-Cup-Sieger auch Weltmeister werden. "Jetzt geht es vor allem darum, alle Abergläubischen zu widerlegen, denn wir wollen, das ist immer unser Ziel gewesen, so toll dieser Confed Cup ist, Weltmeister wieder werden und das ist die Zielrichtung", sagte Grindel.

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