Mo, 22. Jänner 2018

Vor Jahren gedruckt

02.07.2017 19:51

Erstmals Geldscheine mit Assad-Porträt im Umlauf

In Syrien sind am Sonntag erstmals Geldscheine in Umlauf gebracht worden, die das Bild von Machthaber Bashar al-Assad tragen. Laut Notenbankgouverneur Duraid Durgham wurden die neuen 2000-Pfund-Banknoten bereits vor Jahren gedruckt, aber "wegen der Kriegsumstände und Wechselkursschwankungen" jetzt erst ausgegeben. 2000 Syrische Pfund sind aktuell 3,41 Euro wert.

Seit Beginn des Bürgerkriegs 2011 ist der Wert der syrischen Währung drastisch gefallen. Durgham verwies laut der staatlichen Nachrichtenagentur SANA darauf, dass viele der im Umlauf befindlichen Geldscheine mittlerweile starke Gebrauchsspuren aufweisen. Daher sei es Zeit für die neuen Scheine gewesen. Der Schein mit dem Assad-Konterfei sei "in Damaskus und mehreren Provinzen" verteilt worden.

Bisher war Tausender mit Assad-Vater größte Banknote
Bisher war der Tausender die Banknote mit dem höchsten Wert. Assads Vater Hafez, der im Jahr 2000 starb und seinen Sohn mit der Führung des säkularen Polizei- und Geheimdienstregime in Syrien beerbte, war auf Münzen sowie einer älteren Version des Tausenders zu sehen, die aber noch im Umlauf ist.

Im März 2011 war es im Rahmen des Arabischen Frühlings in der syrischen Hauptstadt Damaskus erstmals zu größeren Anti-Regierungs-Protesten gekommen, aus denen sich der Bürgerkrieg entwickelte, in den in der Folge auch islamische Extremisten eingriffen. Seither wurden mehr als 320.000 Menschen bei Kampfhandlungen getötet und Millionen Syrer in die Flucht getrieben. Dank der Unterstützung durch Russland und den Iran scheint das Assad-Regime rein militärisch nicht bezwingbar.

Schmiergeldaffäre zwischen Syrien und Österreich
Mit der syrischen Nationalbank hatte vor dem Bürgerkrieg auch die Oesterreichische Banknoten- und Sicherheitsdruck GmbH (OeBS), eine Tochter der Nationalbank, Geschäfte gemacht. Dabei floss Schmiergeld, um an Druckaufträge zu kommen. 2014 wurden in dem Fall sieben Personen am Straflandesgericht Wien für schuldig befunden.

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