Sa, 16. Dezember 2017

Rentner verurteilt

30.06.2017 16:21

Ungeborenes Mädl starb durch Alko-Unfall

Albtraum-Unfall Anfang Jänner auf der Zillertal Bundesstraße bei Mayrhofen: Ein betrunkener 80-Jähriger krachte bei Schneematsch in das Auto einer 25-Jährigen. Besonders tragisch: Die Frau war im achten Monat schwanger, die Geburt musste eingeleitet werden, das Kind starb. Nun muss der Alko-Lenker in Haft.

."Ich war in Zell ein paar Lebensmittel einkaufen und besuchte am Heimweg einen Bekannten", erzählte der ehemalige Gemeindebedienstete gestern am Innsbrucker Landesgericht. Die beiden Männer tranken zusammen ein Bier, ehe es weiter in Richtung nach Hause ging. "Ich kehrte dann noch in einem Gasthaus ein und trank drei Weiß-G’spritzte. Von dort sind es ja nur mehr drei Kilometer zu meinem Haus." Dass er sich ein Taxi rufen hätte können, an das dachte der Pensionist nicht.

Im Blut von Pensionisten 1,3 Promille festgestellt

Es wäre eine gute Entscheidung gewesen: Denn bei schlechten Sichtverhältnissen, Dunkelheit und Schneefall geriet der heute 81-Jährige mit seinem Pkw auf die Gegenfahrbahn und krachte in das Auto einer Hochschwangeren. "Sie müssen mehr getrunken haben, denn in ihrem Blut wurden rund 1,3 Promille Alkohol festgestellt", meinte die Richterin zum Angeklagten.

Während eine andere Frau, die den beiden Unfall-Wracks nicht mehr ausweichen konnte und auffuhr, leicht verletzt wurde, musste die Schwangere schwer verletzt in die Innsbrucker Klinik gebracht werden. Dort versuchten Ärzte das Leben des ungeborenen Mädchens zu retten, leider ohne Erfolg.

Weil ein ungeborenes Kind laut Gesetz keinen strafrechtlichen Schutz hat, wurde der Zillertaler "nur" wegen fahrlässiger Körperverletzung und nicht wegen fahrlässiger Tötung zu 9 Monaten Haft verurteilt - drei muss er absitzen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Erfreulich: Die junge Frau ist wieder schwanger und wird hoffentlich schon bald ein gesundes Kind zu Welt bringen.

Samuel Thurner, Kronen Zeitung

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