Mi, 22. November 2017

Transparenzliste

30.06.2017 10:10

Die Abgeordneten mit den bestbezahlten Nebenjobs

Zwei Drittel der Nationalratsabgeordneten haben bezahlte Nebenjobs. Das geht aus der vom Parlament veröffentlichten Transparenzliste hervor. Die meisten Spitzenverdiener mit Zusatzeinkommen von mehr als 10.000 Euro monatlich sitzen im FPÖ-Klub und bei der ÖVP. Insgesamt üben Abgeordnete aktuell mehr als 1000 Nebenfunktionen aus - die meisten davon ehrenamtlich.

Für die Arbeit im Parlament erhalten die Abgeordneten 8755,80 Euro monatlich. Wie viel sie nebenbei noch verdienen - sei es in politischen Funktionen, im öffentlichen Dienst oder privat - müssen sie seit 2013 jährlich melden. Allerdings müssen sie nicht ihre genauen Einkommen offenlegen, sondern nur die Brutto-Gesamtsumme pro Monat, eingeteilt in fünf Kategorien: bis 1000 Euro, 1001 bis 3500 Euro, 3501 bis 7000 Euro, 7001 bis 10.000 Euro und mehr als 10.000 Euro monatlich.

Ein Drittel ist hauptberuflich Parlamentarier
Ergebnis für 2016: Ein gutes Drittel (62 der 181 meldepflichtigen Abgeordneten) ist hauptberuflich Parlamentarier und übt keine bezahlte Nebentätigkeit aus. Besonders viele sind es bei Grünen und NEOS, wo mehr als die Hälfte kein Zusatzeinkommen gemeldet hat. Weitere 26 Mandatare verdienen nur minimal dazu und bleiben unter 1000 Euro monatlich. Keine Angaben machen mussten die Grüne Barbara Neuroth und Karin Doppelbauer von den NEOS, weil sie erst heuer ins Parlament eingezogen sind.

Die meisten Spitzenverdiener sind aus der FPÖ
Am oberen Ende der Einkommensskala sitzen die neun Abgeordneten mit mehr als 10.000 Euro Monatsbrutto zusätzlich. Gleich vier von ihnen stammen aus der FPÖ, unter ihnen auch Generalsekretär und Wahlkampfleiter Herbert Kickl. Er bekommt sein Gehalt übrigens nicht von der Bundespartei, sondern von der FPÖ Wien (für "Werbung, PR, Marketing, Kommunikation, Strategie"). Die anderen blauen Spitzenverdiener sind Freiberufler: der Notar Harald Stefan, der Zahnarzt Andreas Karlsböck und der Wirtschaftstreuhänder Hubert Fuchs.

Die ÖVP hat drei Spitzenverdiener in ihren Reihen: Michaela Steinacker (Aufsichtsrätin u.a. bei EVN und BIG sowie Strabag-Mitarbeiterin), Andreas Zakostelsky, Chef der privaten Pensionskasse VBV, und der Arzt Erwin Rasinger, Ärztekammerfunktionär und Aufsichtsrat des Biotech-Unternehmens Apeiron Biologics. Bei der SPÖ fällt der Rechtsanwalt Hannes Jarolim unter die Top-Verdiener, dazu kommt noch der klubfreie Arzt Marcus Franz (Ex-Team-Stronach und Ex-ÖVP).

Alle bis auf zehn Abgeordnete mit ehrenamtlichen Fuktionen
Dass ein Abgeordneter wirklich keinerlei Nebentätigkeiten ausübt, ist übrigens eine Seltenheit. Zumindest leitende ehrenamtliche Funktionen übernehmen (bis auf zehn Abgeordnete) alle.

Insgesamt listet die Parlamentshomepage 1049 aktuelle Funktionen der Abgeordneten auf - davon 80 Prozent unbezahlt. Spitzenreiter sind hier zwei ÖVP-Bauernbündler: Jakob Auer mit 22 Jobs und Funktionen (Einkommen bis 10.000 Euro) sowie Johann Höfinger (19 Funktionen, Einkommen unter 1000 Euro).

 krone.at
Redaktion
krone.at
Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden