Fr, 24. November 2017

Nach Rücktritt

28.06.2017 22:33

Pilz in „ZiB 2“: „Eigene Liste eine Option“

Am vergangenen Sonntag hat das grüne Urgestein Peter Pilz beim außerordentlichen Bundeskongress seiner Partei in Linz nach einer verlorenen Listenwahl seinen Rücktritt bekannt gegeben. Für ihn beginne damit im Herbst ein "drittes Leben", auf das er sehr gespannt sei, sagte er am Wochenende. Am Mittwoch in der "ZiB 2" befragt, ob er mit einer eigenen Liste kandidieren wolle, erklärte Pilz, das wisse er noch nicht. "Das ist eine Option, aber das muss ich mir sehr genau überlegen."

"Bei mir steht derzeit der Eurofighter-U-Ausschuss im Mittelpunkt. Erst wenn das erledigt ist, werde ich darüber nachdenken", so Pilz in der "ZiB 2". Er habe Tausende Mails erhalten, viele Menschen würden ihm sagen, "wir brauchen eine neue Partei". "Ob was Neues möglich ist - das sehen wir in drei Wochen", so Pilz. Erst dann wolle er entscheiden, ob er bei den Wahlen mit einer eigenen Liste antritt.

Die Menschen hätten von den Altparteien die Nase voll, Österreich sei diesbezüglich kein Einzelfall. "Das Wichtigste ist, dass eine Chance besteht, eine schwarz-blaue Regierung zu verhindern. Dann ist das eine große Herausforderung, der ich mich stellen werde", so der populäre grüne Aufdecker.

Grüne "mittlerweile eine Altpartei"
"Leider" sei seine grüne Partei "mittlerweile eine Altpartei geworden". Es sei ein schwieriger Abschied von den Grünen, den er sich nicht gewünscht habe. Beim Bundeskongress in Linz sei "Glücksspiel mit dem Wahlrecht" betrieben worden, aber er wolle die so entstandene Freiheit nun nutzen. Vorerst lässt Pilz, der sich eine pragmatische Politik jenseits von Parteilinien wünscht, von Vertrauten und Freunden die Voraussetzungen prüfen. Geld für einen eigenen Wahlkampf soll schon vorhanden sein, berichten Insider.

Gewisse Sympathien für eine Liste Pilz signalisierten unterdessen einige bei der Listenerstellung ebenfalls nicht mehr zum Zug gekommene grüne Abgeordnete. Zumindest mit ihren Unterschriften beim Antreten könnten sie Pilz unterstützen: "Theoretisch könnte ich mir viel vorstellen", meinte etwa der nicht mehr antretende Grüne Karl Öllinger auf Anfrage. Noch sei es aber nicht so weit. Pilz' Überlegungen halte er angesichts des Zustands der Grünen jedenfalls für begrüßenswert.

Es scheint, als gebe es für den Aufdecker-Star Pilz auch ein politisches Leben nach den Grünen ...

Wilhelm Eder
Redakteur
Wilhelm Eder
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